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Rosmaringo

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Ruf aus den Wolken?

In der Esche Kahlgeäst
kauern Raben, schwarze Schemen.
Nordgezeugter Eiswind lässt
Odins Vögel in den Zweigen
wie zur Kräfteschonung schweigen,
jede kleine Regung lähmen.

Ruft da Hugin in den Baum?
Auf ein Krächzen aus der Wolke
hebt die Schar sich, zögert kaum.
Lärm erfüllt den tiefen Graben
her vom Hang. Die Götterraben
werden irdisch im Gekolke.


Text und Illustration: Ingo Baumgartner

rosmaringo@aon.at


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2 Kommentare

  1. Hans Witteborg

    Ängste muß man schnell besiegen
    wenn die schwarzen Vögel fliegen
    zu den Göttern unserer Ahnen
    den gefürchteten Germanen.

    Da stecken transzendente Erinnerungen aus Urzeiten in dem Gedicht? Habe auch mal über die alten Götter geschrieben

    Geister der Vergangenheit

    Lebt ihr noch, ihr alten Geister
    in dem munter sprudelnd Quell,
    gehorcht ihr noch dem alten Meister
    und dem Loki, Schmied-Gesell?
    Spenstert ihr in hohlen Bäumen,
    die ein Rabe noch bewacht,
    webt an den Germanen Träumen
    in der Sonnenwende- Nacht?
    Lauert hinter Findlingssteinen
    noch der übermüt´ge Troll,
    der mit seinen bösen Streichen
    müde Krieger schrecken soll?
    Opfer wird es keine geben,
    die man einst euch dargebracht,
    und so endet niemandes Leben
    gluckernd in des Mooresmacht!
    Seh die Rabenvögel nicht,
    die den Wotan sonst begleiten,
    denn aus Dunkelheit wurd´ Licht
    und vorbei sind jene Zeiten
    der Germanen Kriegerruhm.
    Geister jener fernen Tage
    trug mit dem Germanentum
    ohne Wehmut man zu Grabe.
    So geschehen – lasst sie ruh´n!

    1. Ingo Baumgartner

      Hans, dein Gedicht ist sehr beeindruckend. LG Ingo

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