Ein negierter Irrtum

Der Hund, das Meerschwein oder Katz
sind mancher Menschen größter Schatz.
Nun gut – wen Einsamkeit befällt,
der lebt in einer anderen Welt.

Doch wer sein Tier am höchsten schätzt,
weiß schon nicht mehr, wen er verletzt,
die Tochter, Sohn, den einst´gen Freund,
weil die nicht „spuren“ wie er meint.

Ein Tier, das widerspricht ihm nicht,
hört zu, wenn Frauchen, Herrchen spricht.
somit entsteht gleich die Empfindung
zu einer untrennbar´ Verbindung.

Die Selbstsucht hier den Menschen trügt,
der durchs Verhalten sich belügt.*
Ein Tier weiß gar nicht über Liebe,
es folgt dem angeborenen Triebe.

* auch wenn hier widersprochen wird: es ist, wie es ist!




Autor: Hans Witteborg

Hans.Witteborg@gmx.de
http://witteborghans.blogspot.com/


Fotograf/Künstler: © duwitt / www.pixelio.de

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2 Kommentare

    • Baumgaertner
    • Margrit Baumgärtner on 31. Januar 2013 at 08:13
    • Antworten

    Zu einem großen Teil kann ich zustimmen, Hans: Ein Tier widerspricht nicht (kann sich aber mit anderen Mitteln wehren oder zurückziehen oder sein Missfallen zeigen), insofern deutet der Mensch diese Verbindung manchmal falsch. Aber der „Irrtum“ beruht nicht darauf, dass das Tier nichts von Liebe wisse und nur seinen Trieben folge…..das tut der Mensch nämlich zu einem erheblichen Anteil auch ! Auch unsere „Liebesvorstellung“ ist von unseren Trieben, unseren Genen bestimmt. Darin liegt der Selbstbetrug, dass wir Menschen uns für „liebesfähig“ halten und meinen, Liebe in „reiner Form“ geben zu können…was für ein Irrtum !

  1. Es gibt einen Science-Fiction Roman von Michael Coney, in dem die Menschheit „perfekte Partner“ geschaffen hat – Androiden, die nicht vom Menschen zu unterscheiden sind und denen man die Eigenschaften des jeweiligen Traumpartners einprogrammiert hat. Der Käufer eines solchen Androiden fühlt sich verstanden und geliebt und ist zufrieden.

    Daran hat mich das Gedicht erinnert.

    Es dürfte um die 30 Jahre her sein, dass ich das Buch gelesen habe, und die Story ist mir immer noch im Gedächtnis. Vielleicht ist der Mensch ja wirklich mit einer eingebildeten Liebe auch glücklich – ob nun vom Roboter oder vom Haustier.

    Den Titel des Buchs weiß ich natürlich nicht mehr. Ich kann mir mit Mühe und Not den Titel dessen merken, das ich gerade lese.

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