«

»

Rosmaringo

Beitrag drucken

Der Aubach

Es scheint ihn die Kälte im Fließen zu lähmen,
im munteren Sprudeln durch laublose Au.
Die Schneewälle trachten, ihm Breite zu nehmen
und Eisfinger trüben gespiegeltes Blau.

Das Bächlein, das scheinbar in Trauer mäandert,
es träumt nur behaglich, vermeidet die Hast
und während sein Wasser das Wäldchen durchwandert,
begrüßt es so manchen wohl frierenden Gast.

Der Eisvogel lauert, den Fisch zu erspähen,
ein Reh setzt sein Siegel ins bachnahe Weiß,
die tauchende Amsel wippt hoffend im Stehen
auf krabbelnden Lohn für geduldigen Fleiß.

So fließt zwischen Ufern, dem Frühjahr entgegen,
das wahre Symbol einer inneren Ruh.
Mag lenzferner Reifbart die Grimmigkeit pflegen,
das Flüsschen wirft munternde Kusshände zu.




Autor: Ingo Baumgartner

rosmaringo@aon.at


Fotograf/Künstler: © Frank Güllmeister / www.pixelio.de

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.tiergeschichten.de/2013/01/28/der-aubach/

4 Kommentare

Zum Kommentar-Formular springen

  1. Margrit Baumgärtner

    Man steht als Leser fast daneben, wie die anderen „frierenden Gäste“. Eine liebliche Naturschilderung !

    1. Ingo Baumgartner

      Zur Zeit bin ich auch ein frierender Gast, allerdings nicht am Bach, sondern an der Straße – beim Schneeschaufeln. Danke Margrit. LG Ingo

  2. Hans Witteborg

    genau so sehe ich das auch!

    1. Ingo Baumgartner

      Danke auch dir, Hans. LG Ingo

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.