Die Tat

Schwer … Ich stampfte die Holztreppe hinunter, die in den dunklen Flur des Familienhauses führte, wohl wissend, was ich für ein Verbrechen begehen würde. Doch meine eigene Mutter wollte dies. Sie wollte sehen, wie ich mit meinem Opfer zusammen leide. Die orangefarbene Wand reflektierte unheilbringend das Licht und verlieh dem Flur eine dunkle Aura.

Meine trüben Augen starrten auf die Holztür der Küche. Noch ein Schritt …

Zitternd legte ich die Hand auf die Türklinke und drückte diese hinunter. Mit einem gähnenden Knarren öffnete sich die Tür und ich betrat die Küche. Meine Beine liefen unweigerlich auf die Schublade mit den Küchenmessern zu. Ich öffnete sie mit einem einzigen Ruck.

Ich nahm das schärfste Messer hinaus und drehte mich zu meinem Opfer, das schon auf sein nahendes Ende wartete. Das Küchenlicht flackerte von der Decke auf uns hinab und von draußen vernahm ich das ferne Bellen eines Hundes.

Ich ergriff mein Opfer und drückte es unter Wasser. Es wehrte sich nicht. Es konnte sich nicht wehren. Danach packte ich es mit einer Hand und mit der anderen trennte ich seinen Kopf vom restlichen Körper.

Der rote Saft färbte die Klinge des Messers rot, genau wie meine Hand, und langsam tropfte er hinab auf den schwarz-weißen Küchenboden. Rote Flecken entstanden, doch ich ließ mich nicht beirren und machte weiter. Kurze Zeit später war meine Tat vollbracht – und die Erdbeeren waren geschnitten.




Autor: KatzeMila




Fotograf/Künstler: © Nemo / www.pixabay.com

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5 Kommentare

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  1. Normalerweise schreiben bei uns ja Menschen über Tiere. Hier hat eine Autorin mit „tierischem“ Pseudonym eine Menschengeschichte geschrieben. 🙂

    • Baumgaertner
    • Margrit Baumgärtner on 23. Januar 2013 at 10:02
    • Antworten

    Ein spannender, „blutiger“ Kurzkrimi !

  2. Habe zu früh geschaudert! War wohl mit meiner Fantasie ein bißchen voreilig!

    • Anonymous on 23. Januar 2013 at 18:05
    • Antworten

    Danke für die positiven Bewertungen.
    Ich hätte nicht gedacht das diese Geschichte so gut ankommt. Eigentlich hatte ich gar nicht vor sie zu veröffentlichen.
    Schon komisch auf was für Ideen man beim erdbeerschneiden kommt .
    Übrigens, es tut mir Leid das ihr erst auf Facebook die Rechtschreibfehler verbessern musstet.

    LG.
    KatzeMila ;3

  3. Wir lieben Geschichten mit Pointen. Deshalb hab ich sie dem Kollegen bei Facebook auch gleich abgebettelt.

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