Ein Vogel sitzt im Buschgeäst

Ein Vogel sitzt im Buschgeäst,
im Frost erstarrt die Morgenstunde.
Mit bitterkaltem Wind im Bunde
vergrämt die Kälte alles, lässt
den Atem stocken, drückt und presst.

Wie arm das Tier im Federkleid,
das frierend sich zum Balle plustert,
erstaunt die Reifkristalle mustert.
Erkennt es, so wie wir, sein Leid
in dieser herzensklammen Zeit?

Das Aug des Sängers sieht mich an,
zeigt keine Spur von Bitterkeiten,
ja, will mich gar zum Glauben leiten,
dass Ungemach so dann und wann
zum Leben zählt und freuen kann.




Autor: Ingo Baumgartner

rosmaringo@aon.at


Fotograf/Künstler: © Jetti Kuhlemann / www.pixelio.de

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1 Kommentar

    • Baumgaertner
    • Margrit Baumgärtner on 7. Januar 2013 at 10:00
    • Antworten

    Daran können und müssen wir uns ein Beispiel nehmen: „Keine Spur von Bitterkeiten“ zeigen die
    Vögel im Winter. Ein sehr schönes Gedicht !

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