Katzenjammer

Verschreckt von all´ dem Weihnachtsjubel
hat Kater Miko sich versteckt.
Er hasst den lauten Menschentrubel,
Bescherungen sind ihm suspekt.

Nun liegt er auf der alten Decke
im Heizungskeller, mollig warm.
Zum Futternapf, die kurze Strecke,
schleicht er sich abends wieder an.

Hier kann man „Stille Nacht“ kaum hören,
Musik hallt schlimmstenfalls noch dumpf.
Auch sonst wagt niemand ihn zu stören,
Miko streckt Beine, Kopf und Rumpf…

träumt selig von Novembertagen,
die so schön leise, friedlich, still.
Nach „Spielzeit“ kann Mensch morgen fragen,
vielleicht … und nur wenn Miko will.

Was kümmern ihn die Onkel, Tanten,
Omas und Opas noch dazu,
die lieben schrillen Anverwandten…
Geht heim und lasst mich bloß in Ruh´!

Noch wabern letzte Gänsedüfte
durch alle Ecken in dem Haus.
Miko bevorzugt Frühlingslüfte
und freut sich auf die nächste Maus.

Noch einmal muss er tapfer bleiben,
demnächst um vierundzwanzig Uhr,
wenn zischend die Raketen steigen,
dann fehlt von Miko jede Spur.




Autor: Margrit Baumgärtner

margritbaumgaertner@web.de


Fotograf/Künstler: © Janina Briesemeister / www.pixelio.de

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3 Kommentare

  1. Ein ganz tolles Gedicht, liebe Margrit, und so sympathisch dieser Kater,
    der meine volle Zustimmung erhält!

  2. Mir geht es ähnlich wie dem Kater. Das Schönste am ersten Werktag nach Weihnachten ist, dass im Radio die Weihnachtslieder aufhören. 🙂

    • Gerhard on 28. Dezember 2012 at 14:05
    • Antworten

    Klasse!
    So ähnlich habe ich das auch gerade erlebt
    Gerhard

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