An der Börse

Ein großer Bulle und ein starker Bär
die treiben die Aktien vor sich her.
Zur Baisse will der Bär nach unten,
verkaufen wollen dort seine Kunden.
Den Bullen zieht es hinauf nach Haussen,
denn seine Kunden, die wollen da kaufen.

Irgendwo begegnen sich die Herden,
zwangsläufig ist das ja so auf Erden.
Verweilen sie dort noch unentschieden,
werden Risiken zunächst gemieden.
Bliebe es so, wär´s wie im Paradies
und Dividenden gäb´s noch überdies.

Heuschrecken aber, die wär´n arm dran,
weil man da nicht viel verdienen kann.
Sie besinnen sich darum der Psychologie,
dem maßgeblichen Faktor der Ökonomie.
Ergänzt mit Erkenntnissen der Soziologie,
betreiben sie die „self fulfilling prophecy“:

Prognosen erstellen sie daher zielorientiert
und die werden als Empfehlung so kolportiert.
Fallen dann Kurse, die objektiv steigen sollten,
tun sie es, weil´s die Heuschrecken so wollten.
Ihre Manager steigen früh in der Baisse ein
und mit Derivaten werden sie erfolgreich sein.

Wo es Gewinner gibt, da sind auch Verlierer,
Das sind die Kleinanleger, immer wieder.
Sie folgen dem Herdentrieb viel zu spät,
dann, wenn der Markt schon wieder dreht.
Bei fallenden Kursen Gewinn zu erzielen,
das gelingt eben leider nicht sehr vielen.




Autor: Jörg Röschmann

joerg-roeschmann@t-online.de


Fotograf/Künstler: © Michael Grabscheit / www.pixelio.de

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2 Kommentare

    • Baumgaertner
    • Margrit Baumgärtner on 13. Dezember 2012 at 08:23
    • Antworten

    An der Börse geht es eben auch „tierisch“ zu….Obwohl ich von „schweinischen“ Geldgeschäften nichts verstehe, finde ich das Gedicht sehr faszinierend !

  1. Der Bulle wie denn auch der Bär
    sind Symbole einer Mär!
    Gewinner bleibt stets was bekannt
    der schmtzig gierrige Spekulant!

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