Pferd und Sperling

Sperling:

»Pferdchen, du hast die Krippe voll;
Gibst mir wohl auch einen kleinen Zoll;
Ein einziges Körnlein oder zwei;
Du wirst noch immer satt dabei!«

Pferd:

»Nimm, kecker Vogel, nur immerhin,
Genug ist für mich und dich darin.«

Und sie aßen zusammen, die zwei,
Litt keiner Mangel und Not dabei.
Und als der Sommer kam so warm,
Da kam auch manch böser Fliegenschwarm;
Doch der Sperling fing hundert auf einmal;
Da hatte das Pferd nicht Not und Qual.




Autor: Johann Wilhelm Hey (1789 - 1854)




Fotograf/Künstler: © Christian Seidel / www.pixelio.de

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3 Kommentare

    • Baumgaertner
    • Margrit Baumgärtner on 26. November 2012 at 06:13
    • Antworten

    So hilft ein Tier dem anderen – nicht nur in diesem schönen, alten Gedicht. Man sieht es in der Realität oft, dass Vögel sich im Pferdestall aufhalten: Spatzen nehmen sich dort einfach frech, was sie wollen und Schwalben bauen dort sehr gern ihre Nester.

  1. Das Gedicht verdanke ich einem Hinweis von Hans Witteborg. Dankeschön!

    • Meins
    • Gisela Kurfürst-Meins on 27. November 2012 at 16:55
    • Antworten

    So hilft der eine dem Abderen.

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