Waldmensch

Traurig durch die Fensterscheibe
dieser Blick, sehr kummervoll.
Scheint als ob er ausdrückt: bleibe!
daß ich stehen bleiben soll.

Langeweile im Gehege,
Spielzeug, das nicht interessant:
Orang Utans, deren Pflege
eingeengt von Wand zu Wand.

Ein paar Balken, ein paar Seile
müssen für Bewegung langen
und so hat es auch nicht Eile
sich von hier nach dort zu hangeln.

Armer Waldmensch in Gehegen!
Einer drückt die Hand zur Scheibe,
halte meine Hand dagegen,
ich verharre und ich bleibe.




Autor: Hans Witteborg

Hans.Witteborg@gmx.de
http://witteborghans.blogspot.com/


Fotograf/Künstler: © Bernhard Paessens / www.pixelio.de

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3 Kommentare

  1. Ja, sie können einem schon Leid tun.

    • Baumgaertner
    • Margrit Baumgärtner on 20. November 2012 at 08:38
    • Antworten

    Ein mitfühlendes Gedicht, Hans — man mag Mitleid bekommen mit den Orang-Utans im Zoo, aber was ist die Alternative, wenn sie in Freiheit verfolgt und getötet werden ? Ich glaube, dass man in der heutigen, modernen Zoohaltung alles tut, um den Tieren ein angenehmes (wenn auch menschenabhängiges) Leben zu ermöglichen.

  2. Sehr schönes und realistisches Gedicht. Ich gehe schon sehr lange in keinen Zoo und auch in keinen Zirkus mehr. Für mich ist das Tierquälerei.

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