Ruf der Eule

Das Mondlicht schimmert silberfarben
durch dunkles, kahles Baumgeflecht.
Reste gefror´ner Gräser darben
und manchen Tieren geht es schlecht.

Suchen nach karger Kost am Boden,
nehmen den kleinsten Happen mit.
Beobachtet von ganz weit oben,
von einem stechend, starren Blick.

Der Nachtvogel sitzt in der Krone,
ein Bote unheilvoller Welt,
als Todesbringer und Dämone
im Aberglauben dargestellt.

Doch gilt er auch als klug und weise,
Symbol für die Gelehrsamkeit.
Zieht fast geräuschlos seine Kreise,
zum Überraschungsflug bereit.

UHUU, UHUU hört man ein Klagen,
sein Opfer ist dem Tod geweiht.
Erfolgreich war sein leises Jagen,
vor Eulenweisheit man sich neigt.




Autor: Margrit Baumgärtner

margritbaumgaertner@web.de


Fotograf/Künstler: © Wolfgang Pfensig / www.pixelio.de

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4 Kommentare

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  1. Anscheinend war die Eule über Nacht auf der Jagd. Als ich heut Früh reinschaute, war das Artikelbild auf der Startseite weg. Jetzt habe ich den Vogel wieder eingefangen.

    • Baumgaertner
    • Margrit Baumgärtner on 20. November 2012 at 08:46
    • Antworten

    Prima — und das Bild ist so schön und stimmungsvoll !

  2. Sehr schön. Wir hatten vor ein paar Jahren ein Käuzchen in Nachbars Garten. Als er aber seine Tannen vernichtete, war es leider verschwunden.

  3. Ein tolles sehr Natur nahes Gedicht. Genauso sind die Eulen, feine Verse!
    zu Frau Edith: da haben sSie Glückgehabt, denn tagsüber sind die nicht zu sehen!
    zu Gisela: dann bedeutet das langes Leben, denn der Kauz wird als Totenvogel angesehen!

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