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Rosmaringo

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Der Nebel, Gehilfe der Fantasie

Der Atem des Herbstes, die weißgrauen Schwaden,
nimmt blattarmen Bäumen die scharfe Kontur.
Die Stammreihen scheinen im Nebel zu baden,
nicht weit reicht der Blick, bald verraucht jede Spur.

Das Ziel nicht vor Augen, Gewisses nur ahnend,
reizt dennoch das Wandern durch Windmondes Reich.
Ein Krähenruf, grüßend statt Schwesternvolk mahnend,
zieht Blicke und Schritte zur Erle am Teich.

Wie still ist’s im Schilf, klingt des Rohrsängers Flöten
für kommende Wochen an anderem Platz?
Auf Brachfeldern trotzen die Hasen den Nöten
und üben fürs Frühjahr schon kunstvollen Satz.

Das Milchglas des Dunsts trügt das Aug mit Chimären,
geschriebenes Wort hinkt dem Bild hinterher.
Ich glaube, wenn schleiernde Nebel nicht wären,
dann bliebe ein Teil unsres Wundersinns leer.




Autor: Ingo Baumgartner

rosmaringo@aon.at


Fotograf/Künstler: © H.-Joachim Schiemenz / www.pixelio.de

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2 Kommentare

  1. Margrit Baumgärtner

    „Die Stammreihen scheinen im Nebel zu baden…“ – und dazu dieses Foto ! Was soll man da noch sagen…ein perfekter Beitrag!

  2. Hans Witteborg

    Ich merke, das Wort hinkt nicht hinterher,
    dem Bild – und der Herbst bedankt sich sehr
    bei Ingo, der ihn so schön beschreibt,
    daß nur noch Hochachtung übrig bleibt!

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