Merlin

Mein Name ist Merlin, mein Leben begann bei einer älteren Frau, meine Mutter war sehr schwach und hatte kaum Milch, ein paar von meinen Geschwistern starben. Die Frau hatte ganz viele Katzen und Hunde, man nennt so etwas auch Tiermessi oder Animal Hoarding.

Es war furchtbar, überall Tiere auch Tote und es stank bestialisch. Wir hatten nicht genügend zu Essen und die meisten waren schon zu Skeletten abgemagert. Die Frau liebte uns, doch sie war rettungslos überfordert. Wir waren einfach zu viele. Nicht einer von uns war kastriert, so kam es oft vor, dass Geschwister sich miteinander paarten. Diese, daraus entstehenden Kinder, waren oft schwach und nicht lebensfähig. Wenn sie dann gestorben sind, ließ die Frau sie einfach liegen. Auch konnten wir nicht in den Garten und mussten unser Geschäft in der Wohnung erledigen.

Sie warf uns oft tote Küken hin aber viele von uns konnten damit nichts anfangen.

Ich fing mir oft Mäuse und auch ab und zu eine Ratte, denn davon gab es eine Menge in der Wohnung. Andere Katzen machten es auch so, nur ein paar Hundekumpels konnten es schon aus Schwäche nicht mehr. Die verhungerten ganz langsam. Es war einfach schrecklich.

Doch eines Tages kamen ein paar Menschen und nahmen uns alle mit.

Die Nachbarn hatten sich beim Tierschutz beschwert und so wurden wir alle befreit. Ich kam in eine Pflegestelle. Da ging es mir sehr gut. Ich freundete mich auch mit Lina, einer süßen Katzendame an.

Nach ein paar Wochen durften wir in den Garten. Ich konnte das erste Mal in meinem Leben draußen rum toben, es war einfach herrlich.

Nach einiger Zeit kam ein nettes älteres Paar und holten mich und meine Kumpeline Lina ab und wir fuhren in ein neues schönes zu Hause.

Als wir da ankamen versteckte sich Lina ganz schnell, sie hat immer etwas Angst. Ich inspizierte die Wohnung und es war alles da, was wir Katzen so brauchen. Es gab wohlriechendes Futter, ein Katzenklo, Spielzeug, zwei Körbchen und sogar für jeden von uns einen großen Kratzbaum, einfach herrlich. Denn in der Pflegestelle musste ich mir den Kratzbaum immer mit den anderen Katzen teilen.

Dann kam Lina auch aus ihrem Versteck und das verfressene Tier musste gleich erst mal den Napf ausleeren. Aber dann sah ich, dass ich mir keine Sorgen machen musste, ich hatte einen eigenen Napf.

Dann sagte ich zu Lina, dass wir es wirklich gut getroffen haben und ich hier gerne bleiben will, sie meinte, „und wenn wir auch noch in den Garten dürfen, dann ist alles perfekt“.

Nach dem Essen war ich sehr müde und kletterte ganz schnell auf den Kratzbaum und schlief schnell ein. Als ich aufwachte, sah ich wie Lina bei unserem Frauchen auf dem Schoß lag und schlief, das war wieder so typisch für sie. Erst macht sie einen auf ängstlich und dann schleimt sie sich ein. Aber es gab ja noch unser Herrchen und da bin ich kurzer Hand auf seinen Schoß gesprungen, er streichelte mich auch gleich und für mich war die Welt wieder in Ordnung.

Nach sechs Wochen durften wir dann auch in den Garten. Da gab es doch tatsächlich extra für uns einen Spielplatz und ein Katzenhaus. Besser hätten wir es nicht treffen können. Durch unser schönes zu Hause und unsere lieben Menschen, vergaßen wir unsere schlimme Vergangenheit ganz schnell!




Autor: Gisela Kurfürst-Meins

gisela.meins@gmx.de


Fotograf/Künstler: © Gisela Kurfürst-Meins / privat

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2 Kommentare

    • Baumgaertner
    • Margrit Baumgärtner on 5. November 2012 at 08:37
    • Antworten

    Man könnte fast neidisch werden. Hier geht es Katzen gut !

  1. Merlin hat wohl mit Zauberkraft sich ein neues Heim verschafft?

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