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Rosmaringo

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Unerwarteter Wintereinbruch

Gestern zog’s noch Schmetterlinge
zur Resedenblütenzier.
Herrlich glänzten Flügelringe,
Herbstlaub spielte Farbklavier.

Schwarzwolken drängen zur Mitternachtsstunde
kaltfrachtbeladen hinunter ins Tal,
drehen durch Wälder und Dörfer die Runde,
stäuben das Brachfeld zum festlichen Saal.

Bäume verneigen sich, lastreich gezwungen,
Schneemännerarmen gleicht Fichtengeäst.
Frostmann, vom Herbste zur Probe gedungen,
wandelt den Lauwind zum Eisblumenfest.

Morgen aber führt das Lächeln
im Gesicht des Sonnenrings
zu erneutem Flügelfächeln
eines bunten Schmetterlings.



Text und Illustration: Ingo Baumgartner

rosmaringo@aon.at


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8 Kommentare

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  1. Edith Nebel

    Der hat uns auch eiskalt erwischt, der unerwartete Wintereinbruch. Jahrmarkt im Schneegestöber – ein Novum bei uns am Ort.

    1. Ingo Baumgartner

      So schnell, wie ich geglaubt habe, war die Sache auch nicht vorbei. 🙂

  2. Margrit Baumgärtner

    Auch bei uns haben sich die Bäume nicht nur „lastreich verneigt“, sondern sind regelrecht zusammengebrochen. Und nun liegt noch sehr viel klatschnasses Laub auf den Wegen.

    1. Ingo Baumgartner

      In diesem Fall war der Schnee hilfreich. Ein Ast, den ich schon lange kürzen wollte, lag gebrochen auf dem Schnee. 🙂

  3. Hans Witteborg

    Liebe Foristen, nicht über das Wetter klagen sondern Ingos schönes Gedicht genießen.

    1. Ingo Baumgartner

      Freut mich, wenn du die Zeilen genossen hast.

  4. Gisela Kurfürst-Meins

    Mir gefällt’s!

  5. Ingo Baumgartner

    Ja, Schnee hat auch im Oktober seinen Reiz (wenn er sich wieder verabschiedet). 🙂

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