Katze Shiva hat Urlaub

Hallo Leute, ihr kennt mich noch nicht. Ich bin die Shiva!

Bis vor einigen Monaten hab ich noch im Tierheim gelebt. Fast ein Jahr lang war ich da, weil ich Dussel unter ein Auto geraten war. Mann, das war aber auch schnell! Ich wollte doch nur mal kurz auf die andere Straßenseite, weil, dort ist so eine klasse Wiese. Naja, wie auch immer: Dumm gelaufen. Aber die Ärzte im Tierheim haben mich ja wieder zusammen geflickt – leider ist dabei mein Schwanz auf der Strecke geblieben. Aber was soll‘s, dafür hab ich einen wunderschönen Bart, findet ihr nicht? Nun, im letzten Dezember war es dann so weit. Ich wurde mit ganz vielen Leckerchen in einen Korb gelockt und in mein neues Zuhause verfrachtet.

Dort hab ich mich inzwischen super eingelebt. Meine Dosis sind toootal nett und verwöhnen mich nach Strich und Faden. Jetzt hatte meine Dosi zum ersten Mal einen langen Urlaub. Sonst bin ich immer mit dem Fritz-Dosi alleine zuhause. Ja, das waren schon anstrengende Wochen. Manchmal hab ich mich nach meinen gemütlichen und trägen Tagen mit meinem Freund Fritz gesehnt. Aber ich hab mir halt immer gesagt: „Shiva“, hab ich mir gesagt – „Shiva, genieß es jetzt einfach, sie muss ja irgendwann mal wieder ins Büro. Da hast du dann wieder deine Ruhe und kannst wieder gemütlich ausschlafen.“

Mensch, was waren wir aktiv. Wir haben sooo viel gemacht und einen Mordsspaß gehabt. Die Zeit flog nur so dahin. Ich hab euch mal ein bisschen Tagebuch geschrieben.

Erst mal hat sie die Wohnung auf den Kopf gestellt. Das war ziemlich ungemütlich. Damit es schneller geht, hab ich natürlich mitgeholfen. Nach dem Gardinen waschen hab ich ganz fleißig beim Aufhängen mitgemacht. Es sah richtig toll aus, wie ich die Fäden kunstvoll verknotet habe. Ohne mich hätte die das nie so schön hingekriegt. Warum ich dann im Schlafzimmer warten musste, bis die Gardine hing, weiß ich auch nicht.

Wer viel arbeitet hat viel Hunger. Und ich hatten ein Bären… Beim Auspacken meines Futters war mir Frauchen entschieden zu langsam. Da hab ich natürlich auch mitgeholfen, damit das mal ein bisschen flotter geht.

Mit vollem Bauch schläft es sich ja so gut. Ein ordentliches Mittags-Nickerchen durfte natürlich nicht zu kurz kommen. Am liebsten schlaf ich ja bei meinem Freund Fritz, weil, der kann fast so gut schnarchen, wie ich schnurren kann. Wir machen dann immer ein Duett. Das klingt richtig gut, finde ich. Frauchen schläft dann nicht bei uns. Versteh ich nicht.

Nachmittags haben wir dann Verstecken gespielt. Da hab ich immer gewonnen, weil mich mein Frauchen einfach nicht finden konnte. Ich hab SIE aber immer gefunden. Naja, manchmal sind die Menschen wirklich nicht die hellsten. So schwer ist das doch gar nicht.

Damit ich ihr nicht immer zwischen den Füßen rumlaufe, hat Frauchen gesagt, ich soll machen, dass ich raus komme. Einmal, als total schönes Wetter war, durfte ich zelten. DAS macht fast noch mehr Spaß als im Bett zu schlafen.

Gesungen haben wir auch mal. Immer wenn mein Frauchen geübt hat, hab ich mitgemacht. Sie hat dann immer so komisch geguckt. Ich finde ja, sie klingt gar nicht so schlecht, aber wenn ich dann mitsinge, ist es noch viel, viel schöner. Richtige Katzenmusik eben.

Einmal wollte ich mit ihr einkaufen gehen und saß auch schon rechtzeitig in der Tasche parat. Aber irgendwie wollte sie das nicht und hat versucht, mich aus der Tasche zu schütteln. Das aber wollte ICH nicht und schlecht ist mir auch geworden von der Schüttelei und da hab ich ihr erst mal eine verpasst. Die Menschen sind manchmal komisch: Da bietet man seine Hilfe an und dann wollen sie sie nicht tz tz tz . Dann halt nicht …

An einem Tag hat sie dann doch gemeint, sie muss was arbeiten. Versteh ich nicht: „Urlaub ist Urlaub“, sag ich immer. Sowas würde mir nie einfallen. Aber ich hab ja auch das ganze Jahr Urlaub. Ich musste dann auch ordentlich aufpassen, dass sie nicht zu viel arbeitet. Ich will ja, dass sie gesund bleibt, damit sie Geld verdient und mein Futter bezahlen kann. Wegschieben lassen hab ich mich jedenfalls von ihr nicht und gleich mal ordentlich geknurrt. Das reichte schon, da hat sie mich Ruhe gelasse.. Sie hat dann auch sofort wieder aufgehört und irgendwas von Nervensäge, Stinktier und Mistbiene gesagt. Meint die MICH??

Ach, die drei Wochen waren ja wirklich schnell rum. Schön war’s aber auch anstrengend. Wurde Zeit, dass wieder etwas Ruhe einkehrt. Jetzt hab ich tagsüber die ganze Wohnung wieder für mich alleine. Gut, Fritz ist auch noch da, aber der stört fast nicht. Der liest den ganzen Tag Zeitung. Bei dem kann ich (fast) machen, was ich will. Wichtig ist, dass er mir die Tür aufmacht, wenn ICH das will.

Jetzt geh ich wieder mehr raus und rauf mich mit den Kumpels ringsum. Besonders so ein blöder, graugetigerter Kater ärgert mich immer. Aber den hab ich letzte Woche ganz schön vermöbelt. Der kommt so schnell nicht wieder.

Da lob ich mir doch den braunen Kumpel hier auf der Terrasse. Der gibt wenigstens keine Widerworte. Da hab ich das Sagen. Jawoll! Und der frisst mir auch nicht mein Futter weg, wie der doofe Herkules aus der Nachbarschaft.

Und ich hab auch endlich wieder mehr Zeit für mein Lieblingskörbchen, eine Maßanfertigung extra für mich. Da kann ich nämlich in meiner Lieblingsposition liegen und muss mich nicht so komisch verdrehen. Ja, ich bin meinen Leuten anscheinend doch etwas wert. Was die alles für mich machen. Andererseits: Ich hab das ja auch verdient, weil ich bin die schönste und liebste und schlauste Katze der Welt (naja, ok,auf jeden Fall in Gräfenhausen).

Dann mal „tschüss“ ihr Lieben! Bis bald mal wieder. Ich werde mich melden, wenn es etwas Interessantes aus meinem Katzenleben zu berichten gibt.

Eure Shiva




Autor: Renate Walter




Fotograf/Künstler: © Renate Walter / privat

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5 Kommentare

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    • Baumgaertner
    • Margrit Baumgärtner on 29. Oktober 2012 at 08:02
    • Antworten

    Wie herrlich: Katzenalltag in Wort und Bild…Shiva hat ja wirklich alles unter Kontrolle! Mehr davon!

  1. Ich schließe mich dem Urteil von Margrit an.

    • Renate on 29. Oktober 2012 at 14:22
    • Antworten

    Shiva ist stolz wie Bolle, dass sie jetzt „online“ ist. Bestimmt gibt es später weitere Erlebnisse zu berichten.

    • Meins
    • Gisela Kurfürst-Meins on 30. Oktober 2012 at 14:59
    • Antworten

    Ich möchte mehr von Shiva lesen. Süßer Kater!

    • Renate on 31. Oktober 2012 at 08:24
    • Antworten

    Shiva ist ein Mädchen 🙂 Und so zickig ist sie auch manchmal… Shiva, die Diva!

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