Die Raupe

Ich fresse, fresse, fresse, fresse
Wacholderblatt und Brunnenkresse,
der Nessel Brennhaar stört mich nicht,
auch Giftzeug zählt zum Leibgericht.
Dem winzig kleinen Ei entkrochen,
hat Laub mir schon ins Aug gestochen.
Sechs Verse weiter oben steht,
worum sich seither alles dreht.
Doch bald, nach Wandlung in der Puppe,
ergötz ich mich an Nektarsuppe
und niemand, niemand wagt es mehr
zu lästern, dass ich Vielfraß wär.



Text und Illustration: Ingo Baumgartner

rosmaringo@aon.at


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3 Kommentare

  1. Wie wahr, wie wahr. Schönes Gedich Ingo. LG Gisela

    • Rosmaringo
    • Ingo Baumgartner on 19. Oktober 2012 at 10:15
    • Antworten

    Danke für den Kommentar, Gisela. LG Ingo

  2. So eine Raupe Nimmersatt,
    die frißt sich durch von Blatt zu Blatt.
    Doch Ingo dem Dichter-Schmetterling
    so mancher an den Lippen hing.
    Der Unterschied wird wieder klar,
    daß Ingo nie ´ne Raupe war!

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