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Baumgaertner

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Reitersprache: Kastanie

Wenn Baum und Drachen bunt erstrahlen,
Herbstfarben letzte Bilder malen,
geh´n Kinder wieder auf die Suche:
Nicht Tanne, Weide oder Buche…

Kastanien sind dann ihr Ziel.
Wer hinguckt, findet auch ganz viel.
„Kastanien?- Hast du gehört?
KASTANIEN gibt es auch beim Pferd !“

Ungläubig starrt Kristin zu Maren:
„Wo hast du diesen Quatsch erfahren ?“
Im Pferdestall am Nachmittag
wird dann noch einmal nachgefragt.

Man schaut sich Schulpferd Silver an,
ob man „Kastanien“ finden kann.
Ein Vorderbein befühlt man milde,
findet ein weiches Horngebilde …

wie die Kastanien-Unterseite,
3 cm in der Breite.
„Kastanie – da siehst du es,“
behauptet Maren nun ganz kess.

„Aha – und wozu soll das sein,
ein kleines Horn am Pferdebein ?–“
„Als Pferde groß wie Füchse waren,“
berichtet stolz Reiterin Maren,…

„da hatten sie mehrere Zehen,
recht hinderlich beim schnellen Gehen.
Die Zehen formten sich zurück,
wurden zum Huf in einem Stück.

Der Rest kann nun betrachtet werden,
auch heute noch, bei vielen Pferden.
Es sind rudimentäre Ballen,
die nicht sofort in´s Auge fallen.

Zeitzeugen einer Tiergeschichte:
Vom EOHIPPUS (Pferdchen-Wichte)
zum großen Hauspferd EQUUS.
Worüber man doch staunen muss …!“

„Kastanie“ – staunt auch Kristin,
„da schau´ ich nun genauer hin.“
Ein kleines Horn voll Urgewalt,
viele Millionen Jahre alt !




Autor: Margrit Baumgärtner

margritbaumgaertner@web.de


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2 Kommentare

  1. Margrit Baumgärtner

    Um es gleich einzugestehen: Auch ich habe den Begriff „Kastanie“ und vor allem seine Bedeutung
    NICHT gekannt. Bin darüber durch Zufall gestolpert und habe selbst lernen müssen… Außerdem hätte
    ich nie zu hoffen gewagt, dass Frau Nebel wieder so ein geniales Bild findet, ein besonderes Prachtexemplar einer „Kastanie“…DANKE !

  2. Hans Witteborg

    Toll das Gedicht und toll das Bild,
    ein Kompliment, das beiden gilt!

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