Ada

Mein Name ist Ada und ich habe nicht immer im Tierpark gelebt.

Früher war ich bei meiner Familie in der Savanne. Bei uns hat sich jeder um den anderen gekümmert, in unserer Herde lebten außer mir noch meine Mutter, vier Tanten, meine Schwester und mein kleiner Bruder. Trotzdem wollte ich nicht bei meiner Familie bleiben. Ich war ja als junges Mädchen so dumm.

Unsere Leitkuh, was auch meine Tante war, hatte immer an mir etwas rumzuerziehen.

Mir gefiel das aber nicht, ich wollte unabhängig sein, außerdem dachte ich dass ich schon alles alleine kann. Dann nach einer deutlichen Zurechtweisung, verließ ich heimlich die Herde.

Raubtiere brauchte ich nicht zu befürchten, da ich doch schon eine stattliche Größe erreicht hatte. Nahrung gab es zu dieser Zeit auch genug, denn es war gerade Regenzeit und alles war voll saftigem Grün.

Ich wanderte durch die Savanne und erfreute mich des Lebens. Doch schon nach ein paar Tagen vermisste ich meine Familie sehr. Ich hatte Niemanden mit dem ich sprechen konnte, mein kleiner Bruder, meine Schwester und meine Mutter fehlten mir am meisten. Deshalb überlegte ich, wieder zu ihnen zurückzugehen. Doch in welche Richtung musste ich?

Dann kam auch noch ein schlimmes Gewitter auf, es war wie das Ende der Welt. Es donnerte und Blitze schlugen immer dichter hintereinander ein. Vor mir stand ein Baum in Flammen. Und dann ging alles ganz schnell, die Savanne brannte. Ich hatte entsetzliche Angst vor Feuer.

Ich rannte um mein Leben, der Fluss war die einzige Rettung. Mir kamen viele Tiere entgegen, in so einem Fall war das Gesetz des Stärkeren außer Kraft gesetzt. Jeder wollte einfach nur dem Feuer entgehen.

Als ich endlich am Fluss angekommen war, standen schon viele Tiere im Wasser und die nicht stehen konnten weil sie einfach zu klein waren, hatten sich auf Baumstämme und andere Gegenstände geflüchtet.

Das Feuer kam Gott sei Dank nicht bis ans Wasser und wir konnten bald wieder weiter. Doch ich mochte nicht mehr ohne meine Herde weiterziehen, deshalb ging ich sie suchen.

Nach ein paar Tagen fand ich auch alle wieder. Das war ein Wiedersehen, keiner nahm mir übel, dass ich einfach so verschwunden war, alle freuten sich mich wieder zuhaben.

Von da an lebte ich im Einklang mit meiner Herde, bis dann ein paar Jahre später sich alles veränderte.

Meine Schwester, mein Bruder und ich wir wurden gefangen und hier her gebracht. Ich vermisse meine übrige Familie und die Freiheit sehr.




Autor: Gisela Kurfürst-Meins

gisela.meins@gmx.de


Fotograf/Künstler: © Gisela Kurfürst-Meins / privat

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2 Kommentare

    • Baumgaertner
    • Margrit Baumgärtner on 16. Oktober 2012 at 08:31
    • Antworten

    Das Familienleben der Elefanten ist großartig, die Jungtiere werden optimal geschützt.
    Wenn nur der Mensch nicht wäre….

  1. Wenn man als Mensch soviele Tanten hat, wird man eher nervös!

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