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Hauspoet

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Da wird selbst die Zunge pelzig!

Die Mensch-Tier Beziehung ist von einer ganz besonderen Art, die Tierversteher mögen dabei verzeihen, daß ich diese Reihenfolge gewählt habe und nicht ihrer Meinung nach von der Tier-Mensch Beziehung rede.

Seit der Vertreibung aus dem Paradies gibt es Hass oder auch nur Scheu z.B. vor Schlangen. Man fürchtet sie oder ekelt sich einfach vor ihnen – meist Frauen mehr als Männer – kommt das daher, daß Adam von dem Apfel entschieden mehr hatte als Eva? Heißt es doch: und der Adam hat den Apfel g´fressen und die Eva den Stiel, als der Adam schon fertig war, hatte Eva noch viel!

Also liegt es vielleicht an der Benachteiligung durch die listige Schlange? Nee, sagen die Psychologen. Es gibt eine Reihe anderer Tierphobien z.B. die vor Spinnen, vor Hunden oder auch Phobien aus der Angst vor Allergien wie sie von Katzenhaaren oder Insektenstichen herrühren. Derartige Abneigungen sind erklärbar wie die des Elefanten vor der Maus, der die Befürchtung hat, daß diese sich in seinem empfindlichen Rüssel breit macht. Kommen wir aber zurück zur Ausgangslage.

Es gibt Verhaltensweisen, die nicht mit Phobien sondern sagen wir eher mit einem Ekeleffekt zu tun haben und die man nicht so ohne weiteres erklären kann. Ich spreche davon, daß es Menschen gibt, die keine Tiere anfassen können, insbesondere, wenn diese sich einen Pelz zugelegt haben. Das schüttelt sie durch als müßten sie einen Baurüttler bedienen. Ihr kennt solche bedauerlichen Menschen nicht – ihr Katzen und Hundeverehrer?

Ich aber schon! Nur verrate ich euch nicht wer das ist, rein aus datenschutz-rechtlichem Aspekt! Ich bezeichne in diesem Fall die Bedauerliche als Betroffene, damit man das Folgende weiter erzählen kann.

Es klingelt an der Haustür. Eine Betroffene steht aufgeregt vor mir und berichtet aufgelöst, es habe sich ein Tier in dem Garten verkrochen, gar fürchterlich pelzig. Eine Maus? Nein, größer! Eine Ratte vielleicht? Könnte sein!

Hatte sie einen nackten langen Schwanz? Nein, Schwanz ja, aber pelzig! Aha, sagte ich , stolz meiner Kenntnis als Jäger und betroffener einer Bilchinvasion auf unserm Dachboden gedenkend. Hatte das Tier einen langen Schwanz und die Größe einer Maus? Nein, nicht so lang aber vielleicht größer! Ein Eichhörnchen? Nein, die kenne ich doch. Katze? Nein, viel zu groß und die kenne ich auch! Mir fallen hundert und mehr Tiere ob pelzig oder nicht ein und immer heißt es: Nein, so nicht, brauner, schwärzer, kleiner, größer.

Verzweiflung schier durch meine Tierunkenntnis. Ich hatte alle durch. ELEFANT? fragte ich erschöpft. Die Betroffene schaute mich ratlos an. Ich merkte, wie sie hinter ihrer Stirn die Nummer eines nahen Dachdeckermeisters rekapitulierte, damit dieser einen vermeintlichen Dachschaden bei mir beheben sollte. Man ging beidseitig unbefriedigt auseinander.

Nach einigen Tagen erhielt ich eine E-Mail. Die Betroffene hatte das Tier endgültig identifiziert und aus nächster Nähe betrachten können. Es hatte sich unter einem Gebüsch versteckt und huschte davon bzw. flog davon.

Es gibt Drosseln, die einem einen gehörigen Schreck einjagen können. Da bleibt einem glatt die Luft weg! Daher also der Name jener kriminellen Handlung, die man erdrosseln nennt! Da wird selbst die Zunge ganz pelzig!




Autor: Hans Witteborg

Hans.Witteborg@gmx.de
http://witteborghans.blogspot.com/


Fotograf/Künstler: © Karin Schmidt / www.pixelio.de

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3 Kommentare

  1. Margrit Baumgärtner

    Eine köstliche Begegnung, sehr witzig erzählt !
    Nur in einem Punkt muss ich widersprechen, Hans: Eine Tierhaar-Allergie hat wirklich gar nichts mit einer Phobie zu tun, auch wenn das “im Volksmund” (und von Nicht-Betroffenen) gerne so gesehen wird. Das ist wissenschaftlich längst widerlegt. Es handelt sich in exakter medizinischer Beschreibung um eine “Hautschuppen-Allergie”, die nicht nur zu Schnupfen und Ekzemen führen kann, sondern auch zu schwerem Asthma und Allergischem Schock. Die Ursachen sind 1. genetisch bedingt und 2. von Umweltfaktoren beeinflusst, die Psyche spielt meistens nur eine kleine Rolle. Das heißt: Wer eine genetische Veranlagung zu Allergien hat (ein “Atopiker”), wird mit größerer Wahrscheinlichkeit auf das Tier reagieren, welches sich in seiner Umgebung befindet, sei es Hund, Katze, Hase…..
    Beispiel: Ein “Atopiker”, der in der Nähe eines Pferdestalles wohnt, wird nicht umbedingt eine Allergie auf Meerschweinchen entwickeln, aber eine Pferdehaarallergie. So REAL passiert bei meinem Sohn in früher Kindheit. Das brachte uns und ihm eine langjährige Leidenszeit mit sehr schwerem Asthma und mehrere Notarztfahrten in die nächste Klinik. Eine Besserung (aber nicht Heilung) brachte erst der Umzug in eine andere Wohnung. Der Schweregrad der allergischen Reaktion ist keine Spinnerei, sondern jeweils im Blutbild des Patienten genau ablesbar und medizinisch nachweisbar.

  2. Hans Witteborg

    Stimmt, aber hier geht es eher um Phobien/ Ekel!

  3. edithtg

    Ich kann den Widerwillen, ein Tier anzufassen, bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Mit größeren Tieren hatte ich nie das Problem, aber als Kind fand ich es unangenehm, “Kleinvieh” wie Hamster und Mäuse in die Hand zu nehmen. Klein, warm, pelzig, wuselig und den Herzschlag konnte man auch noch spüren – das fand ich schrecklich. Meine Schulfreundinnen haben ihre Nager immer feste rumgeschleppt, aber ich mochte das nicht. Und ich glaub’, die Nager mochten das auch nicht.

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