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Meins

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Katzenfindelkinder, Teil 5

Heute genau vor einem Jahr hatte Gabi die Katzengeschwister gefunden. Sie und Micky entwickelten sich prächtig. Jede Katze besaß ihre besonderen Eigenschaften: Felix der Schwarzweiße war sehr souverän, erbrachte oft Ruhe in die Katzenbande. Mienchen die kleine Bunte, fiel kaum auf, sie machte oft ihr Ding für sich. Willi der größere Schwarze war der Chef der ganzen Katzenschar, aber trotzdem ein freundlicher Kater. Emmy, die weiße Katzendame futterte den ganzen Tag und hatte sich schon ein stattliches Bäuchlein angefressen. Mohrly war der agilste unter den Katzen, er tobte den ganzen Tag durch den Garten, selbst abends fand er kaum Schlaf. Micky der Rote wollte immer nur schmusen und hing seinen Menschen am Rockzipfel.

Draußen hatte der Winter Einzug gehalten, die Katzen gingen nur noch selten raus, sie lagen lieber im warmen Wohnzimmer. Dann kam die Vorweihnachtszeit, Gabi schmückte wie immer das ganze Haus. Sie liebte die Adventszeit, es war so richtig gemütlich. Jeden Abend saßen Klaus und seine Frau am Kamin, oft mit einem Glas Tee und immer war irgendeine Katze in der Nähe. Meistens war es Micky. Der rote Kater legte sich immer ganz dicht neben seine Menschen. Doch seit ein paar Tagen kam er nicht mehr, der Kater schlief viel und hatte auch einen aufgeblähten Bauch und Durchfall.

Gabi machte sich langsam Sorgen, was war nur mit dem Katerchen los? Sie fasste ihn an und bekam einen Schreck: Micky hatte starkes Fieber. Sie rief sofort bei ihrer Tierärztin an, diese war leider im Urlaub, nannte aber auf dem Anrufbeantworter eine Vertretung.

Gabi packte den Kater in die Transportbox und fuhr los. Der Arzt untersuchte das arme Kerlchen, nahm Blut und meinte, dass es wohl etwas ernsteres sein könnte. Er rief seine Frau an, ob sie nicht gleich im Labor das Blut untersuchen könne. Sie machte sich auch sofort an die Arbeit.

Dann kam der Schock, Micky hatte FIP, eine fast immer tödlich ausgehende Bauchfellentzündung. Der Tierarzt meinte, dass es das Beste wäre den Kater zu erlösen. Gabi wollte es einfach nicht glauben, und einschläfern lassen mochte sie ihn noch nicht so schnell. Sie nahm Micky wider mit nach Hause. Da angekommen googelte Gabi erst einmal im Internet und informierte sich über diese Krankheit. Da las sie einen Beitrag, von einer Frau die mit einem Sud aus Quassiaholz, das ist ein Bitterholz, ihre FIP kranke Katze geheilt hatte. Es war auch eine E-Mail Adresse dabei. Gabi mailte der Frau sofort um zu erfahren wie viel sie von diesem Mittel geben muss.

Wenige Stunden später kam auch gleich die Antwort und was das Beste war, sie hatte noch sehr viel Quassiaholz übrig und wollte es ihr sofort schicken. Nach zwei Tagen wurde das Päckchen geliefert und Gabi braute sofort den Sud zusammen, dann gab sie Micky die nötige Menge ins Mäulchen. Den Tierarzt hatte sie vorher schon informiert, doch viel nteresse zeigte er nicht. Da aber ihre Tierärztin aus dem Urlaub zurück war, sprach sie mit ihr darüber. Gabi sollte auch gleich noch mal mit Micky vorbei kommen und die Auswertung des Blutbildes mitbringen.

Dort angekommen, schaute die Ärztin sich den Kater an und meinte, dass Gabi es mit dem Sud ruhig versuchen sollte. Vielleicht bringt es ja was, doch wenn sie merkt, dass es Micky schlechter geht, dann müsse man wirklich den letzten Schritt gehen, damit der Kater nicht unnötig leidet.

Die junge Frau fuhr mit Micky nach Hause und gab zweimal täglich den Quassiaholzsud. Und siehe da, dem Kerlchen ging es von Tag zu Tag besser.

Die Tierärztin war auch sehr überrascht als sie nach einer Woche, einen völlig gesunden Kater vor sich sah. Nun konnte Weihnachten kommen. Es wurde auch ein besonderes Fest, denn irgendwie war ja ein Wunder geschehen.




Autor: Gisela Kurfürst-Meins

gisela.meins@gmx.de


Fotograf/Künstler: © Gisela Kurfürst-Meins / privat

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3 Kommentare

  1. hans Witteborg

    Schöne Geschichte. Es weihnachtet wieder auf tiergeschichten.de. Na, dann wird es Zeit, daß ich dem Schokoladen-Nikolaus vom letzten Jahr endlich den Kopf abbeiße bevor es noch eine Katze tut!
    Nichts für ungut: eine schöne Geschichte!

    1. Gisela Kurfürst-Meins

      Hans, du weißt doch, dass ich am liebsten über Katzen schreibe und Weihnachten ist ja nun wirklich nicht mehr weit. lach

  2. Margrit Baumgärtner

    …Tatsächlich habe ich die ersten Weihnachtsplätzchen im Supermarkt gesehen…
    Eine wunderbare Geschichte mit „Happy End“ und ein köstliches Bild !

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