Es gackert und zetert und mosert empört,
wenn man es in seiner Gemütlichkeit stört.
Es hoppelt und stakst und rennt und flattert
und wackelt mal dorthin und hierhin verdattert.
Empfindet den Bauern als Run-Overkill,
weil er es da hintreibt, wo’s nicht hin will.
Wie oft war ich dankbar und freudig bewegt,
weil’s sein Ei bei mir, statt bei ihm hingelegt.
Es das aber weithin verkündigen tut,
in seiner schmetternden Sprachenflut.
Also kein Schutz für das hoffende Ei.
Stolz zeigt es mir an, wo’s zu finden sei.
Sind die nützlichen Hühner deshalb so dumm?
Weil es gackert und trallala stur fidibumm?
Weil sie vor fahrenden Autos herkeuchen
und nicht mal nach rechts oder links abweichen?
Man muss immer bedenken, wenn man auch lacht,
Du selbst, lieber Mensch, hast aus ihm das gemacht.
Du hast gepanscht, ge-gent und gescheuselt,
dem Hühnchen sein Hirn so weich gekräuselt.
Leg Du doch mal täglich ein Ei oder zwei.
Dann lebst auch Du sehr Gedanken frei.
Eimasse muss es erst organisieren
um Dein Frühstücksei täglich zu produzieren.
Du isst es dann herzhaft, mit sehr viel Genuss.
Ist auch nicht der Weisheit allmächtiger Schluss.
Zuchten von Tieren, die in Freiheit so nett.
werden unwert(?) im Tierfleischverwaltungskazett.
Nahrung gepanscht auf Biegen und Brechen,
oder gewürzt mit Chemie wird sich rächen.
Es alzheimert herzlich, schon dann und wann.
Es rieselt der Kalk auch so freudig er kann
Ein Gackerldepp bleibt dann, ganz ohne Schimmer,
Huhn oder Mensch, sag an, wer ist dümmer?
Autor: Heidi Schmitt-Lermann
heidi.schmitt-lermann@tier-zauberland.de
www.tier-zauberland.de
Fotograf/Künstler: © Heidi Schmitt-Lermann / privat


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3 Kommentare
Edith Nebel
5. Juli 2012 von 08:24 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Ach, diese herrlich farbenfrohe Illustration! Ich könnte mich in die Bilder reinsetzen! (Da würden dann allerdings die Küken wegrennen.)
Seit meiner Kindheit pflege auch ich das Vorurteil “Hennen sind blöd”. Aber ein Huhn kann alles, was es als Huhn können muss. An etwas anderem sollte man es nicht messen. Die sind schon okay so wie sie sind. Und ich hätt’ gern welche. Da würden mir die Nachbarn allerdings schön was erzählen!
Margrit Baumgärtner
5. Juli 2012 von 09:03 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Nur wenige Hühner dürfen in so einer Idylle leben, wie es dieses herrliche Bild zeigt. Die anderen sind arme Wesen in schrecklicher Umgebung…mit klaren und deutlichen Worten dargestellt in diesem Gedicht. Ganz prima !
hans Witteborg
5. Juli 2012 von 11:26 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Gar herzig ist ein freies Huhn
es legt ein Ei, hat nichts zu tun
und wenn sein Hirn auch ziemlich klein
das reicht ein dummer Mensch zu sein!
Ich kann die Kommentare vor mir nur bestätigen!