Kein Buchfink singt, es schweigt die Rabenkrähe,
versteckt sind Marder, Hörnchen, Füchse, Rehe
und trotzdem wimmelt es von Faunas Wesen,
wie wir’s in Märchenbüchern häufig lesen.
Zwei windgebeugte Stämme gleichen Hälsen
der Waldgiraffe. Hinter einem Felsen
verstecken sich zwei schwarze Schweine,
sie gleichen Büschen im diffusen Scheine.
Die Doppelhörner von Rhinozerossen
erscheinen einem Splitterstumpf entsprossen.
In einer kleinen Waldrand-Schlehenreihe
bewegen sich ganz deutlich Elchgeweihe.
Ein Baumkropf neckt mit Krötenmaulgewucher
den jetzt schon leicht verwirrten Waldbesucher.
Drum sieht er auch in jeder kahlen Stange
genau Kleopatras Uräusschlange.
Wie kann ein Uhu auf der Rinde sitzen?
Ist’s wiederum nur Trug von Borkenritzen?
Nun, wenn im Walde keine Tiere warten,
so birgt er fantasiegezeugte Arten.
Text und Illustration: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at


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2 Kommentare
Margrit Baumgärtner
14. Juni 2012 von 06:46 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Mit so viel Fantasie kann nur ein Mensch wie Ingo den Wald beschreiben. Märchenhaft !
hans Witteborg
14. Juni 2012 von 12:37 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Nicht nur mein Jägerherz geht auf auch mein Poeten Muskel! Wieder so ein Ingo-Gedicht, das icch
volll nachempfinden kann. Einfach klasse!