Eine liebe Bekannte von mir arbeitet im internet als Texterin. Mensch, das wär doch was für dich, sagte sie zu mir. Und ich meldete mich auch gleich bei einer “Textbörse” an.
Ich schrieb meinen ersten Bericht und wartete auf das Ergebnis. Super, der Text wurde gekauft und ich hatte EUR 2,80 verdient. Ich fühlte mich toll, und schrieb drei Berichte. Das funkionierte ja sehr gut. Dann kam der erste der drei Berichte zum Verbessern. Machte ich. Der zweite kam auch, und dann die Nummer drei.
Hm, was jetzt, was wollte der Redakteur von mir? Er schrieb “Stil und Ausdruck“ und etwas von “holprigen Sätzen” und zwei ss statt einem scharfen “ß”. nur soundsoviele Zeichen, und vier Sätze oder zwölf, und die Leertaste benutzen. Alles in einer richtigen Sprache schreiben.
Hää, was will der Mensch? Ich verstehe ihn nicht. Welche Sprache meint er denn? Ich frage nach. Dieses Mal schreibt mir der Lektor. Jetzt verstehe ich gar nichts mehr. Ich halte permanent an der alten Rechtschreibung fest, das wäre nicht erlaubt, oder so ähnlich.
Ich schreibe zurück, okay, ich mache die Verbesserung. Der Text kommt dreimal hintereinander zurück, so will ihn der Kunde nicht. Okay, ich verbessere dreimal und warte ab. Endlich, der Kunde schreibt, der Text gefalle ihm nicht, der Stil auch nicht, er lehne den Text ab.
Ich nehme meinen Text und stelle ihn anderweitig zur Verfügung. Und ich bekomme die Antwort, der Text gefalle sehr gut und werde abgenommen. Und ich bekomme sogar 20 Cent mehr, soll ich mich jetzt freuen, oder doch nicht? Ich werde drüber nachdenken.
Und eines habe ich auch gelernt: Es muss selber heißen und nicht selbst. Ist das nicht toll?
Autor: Ursula Geier
UrsulaGeier@web.de
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Fotograf/Künstler: © Grey59 / www.pixelio.de

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3 Kommentare
edithtg
1. Juni 2012 von 08:10 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Ach, nicht ärgern. Mir hat man auch mal bescheinigt, nicht schreiben zu können. Dafür, dass ich es nicht kann, lebe ich allerdings ganz gut davon.
Es gibt natürlich Textarten, die einem weniger liegen. Auf dem Gebiet feiert man dann auch keine Erfolge. Ich habe großen Respekt vor den Leuten, die mit Kurzgeschichten und Romanen Geld verdienen können. Nicht mein Ding. Ich kann nur Sachtexte und so eine Art Glosse. Ist eben so. Musste ich aber auch erst lernen.
hans Witteborg
1. Juni 2012 von 11:57 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Text zurück? Welch riesen Glück,
ein Anderer verwertet ´s Stück!
Ursula Geier
1. Juni 2012 von 16:28 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Das tut richtig gut, danke für die lieben Worte. Ich schreibe weiter, vielleicht finde ich endlich eine Textbörse die Ratgeberberichte sucht. Die habe ich in Spanien immer geschrieben, und die kamen echt gut an. Wünsche euch ein schönes Wochenende, Uschi.