Mitten in Deutschland im Herz von Westfalen,
wo große Eichenwälder steh´n,
wo Sümpfe und Moore Landschaften malen,
kann man die letzten Zeugen seh´n:
Vertreter einer Wildpferderasse
im eigenen, abgeteilten Gebiet.
Teilen mit Wildschweinen, Rehen die Trasse,
wo silbergrauer Nebel zieht.
Der lange Aalstrich ziert den Rücken,
beweist das ursprüngliche Blut.
Gestreifte Beine zu erblicken,
wenn dieses Wildpferd steht und ruht.
Falbfarbene Stuten halten Wacht,
im Moos liegen noch junge Fohlen.
Graubraune Schatten in der Nacht
beäugen einen Schwarm von Dohlen.
Wildgänse grüßen im Oktober,
machen nach langem Flug hier Rast.
Herbstwind zerzaust die Mähnen grober,
die Pferde sind gut angepasst.
Sind auch im Schnee auf sich gestellt,
der Mensch greift im Extremfall ein.
Natur, die hier die Auswahl fällt,
lässt kranke Tiere streng allein.
Im nächsten Frühjahr, Ende Mai,
begeben Treiber sich zur Herde.
Die Freiheit ist nun kurz vorbei,
wie Donnergrollen bebt die Erde.
Tausende Menschen wollen seh´n,
wie Männer junge Hengste fangen.
Umklammert bleiben diese steh´n,
müssen in diesen Stunden bangen.
Versteigert noch am selben Tag
werden sie zum Familientier.
Verlassen müssen sie den Park,
nur ein Hengst hütet das Revier.
Die Stuten laufen frei zurück,
Musik begleitet sie hinaus.
Die Herde ist nicht mehr im Blick,
es bleibt begeisterter Applaus.
Autor: Margrit Baumgärtner
margritbaumgaertner@web.de
Fotograf/Künstler: © Regina Kaute / www.pixelio.de

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4 Kommentare
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hans Witteborg
17. Mai 2012 von 10:35 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Ein wirklich tolles Gedicht,
die Pferdenärrin zeigt ihr Gesicht.
Mir, der ich aus dem Westfalen-Land,
ist das Spektakel des Auftriebs bekannt.
Blaue Jungs mit blauen Flecken,
wenn die Pferde schlagen nach ihnen blecken!
wunderbar das Wildpferd-Leben getroffen
LG Hauspoet
Margrit Baumgärtner
17. Mai 2012 von 11:45 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Danke, Hans—–ja, da geht es hoch her! Das wilde Spektakel kann man auch in manchen
youtube-Videos sehen. Hinweise zu finden unter: http://www.wildpferde-und-mustangs.de,
oder: http://www.wildpferde.de, oder: http://www.duelmen.de
Ingo Baumgartner
18. Mai 2012 von 08:38 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Da sieht (und liest man), wer sich mit Pferden auskennt und sie liebt. LG Ingo
Margrit Baumgärtner
28. Mai 2012 von 10:53 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Ein TV-Tipp für den heutigen Pfingstmontag:
WDR 17.05 Uhr – 18.05 Uhr
WILDPFERDEFANG IN DÜLMEN