Ich hab es gefunden – noch völlig nackt
ein Vogelbaby. Ich hab ´s eingesackt.
Es hat kaum gelebt, kannt´ kein Lüfteschweben,
soeben geschlüpft, das war sein Leben.
Doch ward es geboren, ein Hauch in der Zeit,
dann hat es der Tod von der Erde befreit.
Wär ich ein Vogel im himmlischen Reigen
würde ich ihm die Freiheit der Lüfte zeigen.
Was es niemals sah, was es nie erspürte
wohin es das Leben auch niemals führte,
ich würd ´s ihm erläutern beim Wolkenspringen
und ihm schönsten Lieder vorsingen.
Autor: Hans Witteborg
Hans.Witteborg@gmx.de
http://witteborghans.blogspot.com/
Fotograf/Künstler: © Frank Rosskoss / www.pixelio.de

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2 Kommentare
Margrit Baumgärtner
9. Mai 2012 von 07:37 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Wer hätte beim Anblick eines solchen Winzlings nicht ähnliche Gefühle…Philosophisch bedichtet ein
Nicht-gelebtes-Leben. Gefällt mir sehr gut, Hans !
hans Witteborg
9. Mai 2012 von 16:14 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Das Gedicht ist auch als Methapher gedacht. Ich glaube , daß du das erkannt hast.
Danke für den Kommentar