Adele sucht Jakob

Es liegt schon einige Jahre zurück, meine Freundin Charly und ich waren glücklich geschieden und wir beide lebten richtig auf. Ab und zu gingen wir zum Tanzen, ins Theater, oder in unser kleines Weinlokal.

Zu dieser Zeit lief im Fernsehen die Serie: „Jakob und Adele“. Sie gefiel uns beiden so gut, dass wir beschlossen uns auch einen Jakob zu suchen. Adele war in dieser Serie eine feine Dame, sehr zurückhaltend und Jacob ein eher brummiger Mensch, aber doch ein feiner Herr.

Wir beide gaben eine Anzeige in der Zeitung auf und warteten auf die Antworten von Jacob. Überraschenderweise bekamen wir viele Zuschriften und fingen an zu sortieren. Dann schrieben wir die Herren an, unter der Chiffrenummer und machten einen Treffpunkt aus.

Am frühen Abend trafen wir uns in unserem kleinen Weinlokal. Natürlich wussten die Herren nicht von uns beiden, wir gingen zwar zusammen dort hin, aber nur eine gab sich zu erkennen.

Und wir lernten alles kennen, nur keinen Jakob. Fast keiner der Herren hatte auch annähernd die Manieren unseres Jakobs. Einer von ihnen versuchte sich an einem Handkuss und schmatzte mir einen nassen Kuss auf die Hand, noch heute muss ich mich schütteln. Ein anderer hatte so einen schmutzigen Hemdkragen, es war echt schlimm. Einer wollte ein Gestüt gehabt haben und wusste nicht einmal was ein Wallach ist.

Die meisten von ihnen machten plumpe Annäherungsversuche, oder fragten ungeniert, ob Vermögen da wäre. Und sie wollten noch wissen, wie es mit den hausfraulichen Qualitäten aussehe und ob S * e * x  wichtig in der Beziehung sei.

So hatten wir uns unseren Jacob nicht vorgestellt und brachen die Aktion ab. Lustig war es zwar gewesen, aber bei diesen Herren, war kein Jakob dabei gewesen und wir blieben weiter solo.




Autor: Ursula Geier

UrsulaGeier@web.de
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Fotograf/Künstler: © Anja Fester-Sielaff / http://www.pixelio.de

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1 Kommentar

  1. Das ging ihr auf die Ostereier,
    die Gier der sogenannten Freier.
    Doch billigen Jakob gibts nun mal
    auf Krimes und nicht im Journal.

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