In einer Zeit wie Heutzutag‘
ist Mitleid nicht so sehr gefragt.
Wer hat noch Zeit, wer leidet mit,
Wo jeder jagt nur nach Profit?
Was ist das Leid von Alten, Kranken,
gegen das der notleidenden Banken?
Du kannst in Ruhe Tiere quälen,
nur stör mich nicht bei’m Gelder zählen!
Manch einer spricht von hehren Zielen
und tut nur nach dem Mammon schielen.
Zum Teufel mit den Idealen!
Damit kannst Du hier nichts bezahlen
und für keinen Banker, weit und breit
zählt Humanität als Sicherheit.
In einer Zeit vor vielen Jahren,
als eingemauert wir noch waren,
da hatte ich noch Illusionen.
Die Menschen, die im Westen wohnen,
die leben wie im Himmelreich
weil jeder vor’m Gesetz ist gleich.
Auch Tiere müssen glücklich sein.
Wenn nicht, gibt’s den Tierschutzverein.
Wenn wir die Mauer überwinden,
dann werden das Paradies wir finden.
Es kam der Tag, es fiel die Mauer.
Ich ward von Tag zu Tag auch schlauer.
Die Illusion begann zu wanken.
Der Wunsch war Vater des Gedanken
und ich erkannt‘ in aller Stille,
nur durch die rosarote Brille
sah ich die schöne, heile Welt.
In Wahrheit zählt hier nur das Geld.
So sollten wenigstens im Kleinen
wir alle brüderlich uns einen.
Ehrlich sein und uns nicht zieren,
der and’ren Meinung respektieren.
Ist einer von uns mal in Not,
sollten wir teilen unser Brot.
Es bringt auch etwas Glück ins Leben,
kannst Du dem anderen was geben,
denn morgen schon, sieh es doch ein
kannst selber du bedürftig sein.
So könn’ wir, wenn wir danach streben
der Illusion noch Hoffnung geben.
Autor: Dietmar Geister
mohrlie1@das-geisterhaus.de
http://www.das-geisterhaus.de
Fotograf/Künstler: © Rike / http://www.pixelio.de

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6 Kommentare
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Margrit Baumgärtner
30. März 2012 von 07:04 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Leider ist es so, es zählt nur noch das Geld. Am Besten in Millionen oder Billionen…welcher “normale” Mensch kann das noch nachvollziehen? Die “Illusion” von mehr Menschlichkeit und Mitgefühl kann man bestenfalls noch im engeren Umfeld (Familie,Freundeskreis) finden.
hans Witteborg
30. März 2012 von 11:22 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Generell betrachtet, lieber Dietmar sieht das so aus. Auch ich wettere gegen gesellschaftliche Mißstände
und bin dabei ziemlich ungerecht! viele Bürger der ehemaligen DDR klagen darüber, daß die Hilfsbereitschaft
der Mitbürger früher sehr viel besser war. Die wurden doch nicht alle ausgetauscht!!
wollen wir etwas verändern, dann müssen wir bei uns selbst im Kleinen anfangen.
Obwohl ich nicht katholisch bin ist einer meiner Vorbilder der Pfarrer Meurer aus Köln
Edith Nebel
30. März 2012 von 11:40 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Ich denke, dass der Autor bei seiner Arbeit im Obdachlosenwohnheim schon vieles gesehen und miterlebt hat, das weit, weit weg war von den paradiesischen Zuständen im Westen, die er sich in seiner Jugend ausgemalt haben mag.
Dietmar Geister
30. März 2012 von 12:51 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Ich möchte keineswegs klagen, nur aufrütteln. Jedes meiner Gedichte habe ich zu einem konkreten Anlass geschrieben. Bei diesem hatte ich vor Jahren in einem Forum von einer Auszubildenden gelesen, die für ihren Kater eine teure Operation finanzieren mußte, das Geld aber nicht aufbringen konnte. Mit diesem Gedicht habe ich zur Hilfe aufgerufen und selbst auch die erste Summe gespendet. Ich hatte Erfolg und durch viele andere Spender kam das Geld zusammen.
In meiner Geschichte “Der Kater mit Eigenkapital”
(http://www.tiergeschichten.de/2012/03/22/der-kater-mit-eigenkapital/)
beschreibe ich, wie Obdachlose in unserem Heim seit Jahren für die tierärztliche Behandlung eines Heimkaters spenden, obwohl sie sehr wenig Geld zur Verfügung haben. Leider hat der Kater z.Z. eine schlimme Herpes-Erkrankung am Auge, so daß in den letzten 3 Wochen über 500 € Tierarztkosten angefallen sind. Nun ist sein Kontostand fast auf Null gesunken und die Behandlung ist noch immer nicht beendet. Da hoffen wir noch auf ein Wunder.
Freilich war in der ehemaligen DDR die Hilfsbereitschaft besser, aber nicht weil die Menschen besser waren. Es war eine Notgemeinschaft, in der fast jeder jeden gebraucht hat. Das hat sich sofort geändert, als niemand mehr jemanden anderes gebraucht hat, der irgend etwas organisieren konnte.
Dietmar Geister
2. April 2012 von 12:08 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Liebe Frau Nebel,
herzlichen Dank für Ihre großzügige Spende für Kater Gari.
Dietmar Geister im Auftrag von Gari
edithtg
2. April 2012 von 12:28 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Ach, ist das schon angekommen? Donnerwetter! Dann waren die aber fix.
Ist gern geschehen. Wenn er nur wieder gesund wird, mein “Patenkater” Gari.