Rotkäppchen hasste die ewige Leier,
Kuchen und Wein und ein Waldlauf mit Wolf.
Großmutter aber bestand auf der Feier,
kam doch der Jäger, ihr heimlicher Freier.
Rudolf so hieß er, sie nannte ihn Rolf.
Nichts war zu ändern, das Mädchen musst’ ziehen,
Alkohol, Mehlspeis im Körbchen aus Stroh.
Isegrim hatte sich Kreide geliehen
(Spaß nur, die hinderte Ziegen vorm Fliehen),
jedenfalls gab er sich freundlich und froh.
Bald schon erreichte man Häuschen und Garten,
seltsam die Stille, wo steckte denn Rolf?
Antwort aufs Läuten ließ lang auf sich warten,
während zwei Gäste noch draußen verharrten,
Rotkäppchen zitternd und angstvoll der Wolf.
Lag da nicht Rudolf, der lustige Jäger,
krumm und verstümmelt im Vorgartendreck?
Großmutter fand ihn nicht länger integer,
nahm eine Schaufel als tödlichen Schläger,
schlug ihn zum Jordan und drüber hinweg.
Vogelfrei schien nun dem Wolf diese Alte,
hurtig gefressen, die Rotkappe auch.
Durchbruch des Magens, beträchtliche Spalte,
Exitus, viermal, wie spannend, ich schalte:
Stoff für den kindnahen Vorlesebrauch.
Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at
Fotograf/Künstler: © Walter Crane / Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Australien und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers.

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1 Kommentar
Hans Witteborg
21. Februar 2012 von 10:45 (UTC 2)
Ingo Jakob Grimm,
das Märchen ist so schlimm!
Kinder sollten das nicht lesen
wie es früher ist gewesen…
Wo der Jäger tut jetzt ruhn
wächst ein BAUM im GART(e)N(ER) nun