Die kryophile Neigung vieler Schwimmvögel

Vier Haubentaucher im Verein
mit einem Blässhuhn, einem Schwan,
fünf Enten, einem Gänselein,
sechs Möwen, einem Kormoran,
zwei Rallen, hier das Grüngebein,
sind ratlos, denn sie frieren ein.

Auf Brandungsfelsen (ohne Eis),
da zittern Trottellumme, Alk,
nicht einzeln sondern scharenweis.
Auch bibbert auf dem Muschelkalk
ein Papageientauchergreis,
auch ihm ist’s sichtlich nicht zu heiß.

Man glaubt, im Süden wär’s nicht kalt,
das stimmt jedoch nur relativ.
Der Pinguin trotzt Sturmgewalt,
den Kopf nach unten, etwas schief,
Am Südpol ist das Sitzen halt
recht mühsam, siehe Erdgestalt.

Bedauernswert, wer Schwimmhaut trägt,
man schüttelt sich beim Hören schon.
Doch jede gute Regel pflegt
den Luxus einer Exzeption.
Die wird vom Pelikan belegt,
der thermophile Regung hegt.




Autor: Ingo Baumgartner

rosmaringo@aon.at


Fotograf/Künstler: © Ingo Baumgartner /

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2 Kommentare

  1. Der Ingo redet Vögeln ein,
    daß sie an Füßen frieren,
    die finden das nicht ganz so fein
    will er sie irritieren?
    <mitnichten! <ingo ist ein Kenner,
    was biologisch kreucht und fleucht,
    ermuntert nur die armen Männer
    von kalten Frauenfüßen aus dem
    Bett gescheucht!

  2. das ist ja der reinste „Dichterwettbewerb“ hört sich gut an.

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