Gestresste Lipizzaner

„Veredelung von Pferd und Reiter“
war einst in Wien erklärtes Ziel.
Dann kam die Geldnot als Begleiter,
von „Hoher Kunst“ blieb nicht sehr viel.

Die Hofreitschule in der Krise,
die Kunst kämpft gegen den Kommerz.
„Niveauverlust“ laut Expertise,
die Ausbildung verliert ihr Herz.

Vorführ-Termine stiegen stark,
mit Stechuhr übt man die Dressur.
Mängel, die man geschickt verbarg,
Kritik belächelt man nur stur.

Die Folgen waren abzuseh´n:
Die Pferde werden schneller lahm!
Spanische Hengste überdreh´n
und zeigen sich nur ungern zahm.

Schlecht ausgeführt die „Kapriole“,
nicht raumgreifend der „Starke Trab“.
Der Reitersitz dient nicht zum Wohle
des Pferdes und es baut leicht ab.

Die Qualität ist sehr gesunken,
die Vorführungen sind nur „nett“.
Der Reitkunst fehlt der letzte Funken.
Wer rettet das „Weiße Ballett“?

Damit die „Hohe Kunst“ gelingt,
kein weißer Hengst das Lernen scheut,
braucht man zwei Dinge ganz bestimmt:
Geduld, Geduld, Geduld und Zeit.




Autor: Margrit Baumgärtner

margritbaumgaertner@web.de


Fotograf/Künstler: © Günter Havlena / http://www.pixelio.de

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5 Kommentare

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  1. Was diente einst im Krieg als Wehr *
    zeigt man heut Touristen her..
    Viel schöner als der falsche Schein
    kann nur Margrits einfall sein!

    *Die Kapriole hielt dem Reiter den Rücken frei und nicht nur das!

    • Baumgaertner
    • Margrit Baumgärtner on 1. Februar 2012 at 17:25
    • Antworten

    Tröstlich, dass all´ die Pferdeherden
    nicht mehr im Krieg verschlissen werden.
    Dann lieber so ein Schauprogramm,
    das sich der eitle Mensch ersann.

    Danke für die netten Worte, Hans !

    • Rosmaringo
    • Ingo Baumgartner on 3. Februar 2012 at 09:01
    • Antworten

    Mozart, Sachertorte und Lipizzaner, da schlägt das Herz der Österreicher höher. 😀
    LG Ingo

    • Baumgaertner
    • Margrit Baumgärtner on 4. Februar 2012 at 07:23
    • Antworten

    So soll es auch bleiben, Ingo. Und hoffentlich besteht auch die Wiener Hofreitschule noch ganz lange und findet wieder zu älteren (pferdegerechten) Wurzeln zurück.

    LG Margrit

  2. ich war vor Jahren da und war begeistert diese edlen Pferde zu sehen.

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