Ein Hörnchen lebt im Zoogelände
des Kaisers selig hier zu Wien.
Es gibt im Schutz der gelben Wände
Schönbrunner Lebensstil sich hin.
Das Eichhorn lädt zum Staatsbankette
für Nagetiere aller Art.
Die kommen auch – der Etikette
gemäß mit Backenhörnchenbart.
So schreiten hin zur Ballsaaltreppe
der Hamster aus dem Burgenland,
das Ziesel, her aus Ungarns Steppe,
ein Murmeltier vom Alpenrand.
Aus Böhmen, Mähren kommen Mäuse,
aus Sarajevo gar ein Has,
Zwei Ratten drängen durch die Schleuse,
verkleidet wie zum Faschingsgschnas.
Drei Bilche, nicht von blauem Blute,
enttarnen das Verschwörerpaar.
Den Siebenschläfern kommt’s zugute,
nun steht ein „von“ wo Leerraum war.
Wer glaubt, dies wär so hingeschrieben,
ein frei erfundener Bericht,
gereimter Unfug, nach Belieben,
der kennt Schönbrunn und Habsburg nicht.
Text und Illustration: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at
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2 Kommentare
Margrit Baumgärtner
20. Januar 2012 von 08:22 (UTC 2)
Ein “KAISERLICHES GEDICHT” ! Eine KRONE für den Dichter !
Hans Witteborg
20. Januar 2012 von 11:09 (UTC 2)
Nach Schönbrunn in das schöne Wien
zogs auch den Rattenfänger hin.
Aus Hameln kam er, wie bekannt,
doch Ingos Nager er nicht fand.
Weil viele dieser Völkerscharen
nicht Kaiser treu noch Wiener waren!