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Meins

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Pauline

Mein Name ist Pauline und ich wurde auf einem Bauernhof vor fast einem Jahr geboren. Uns Katzen ging es da gar nicht gut. Wir haben kaum Futter bekommen und kastriert wurden wir auch nicht, außerdem waren wir fast alle krank.

Bis dann eine Frau kam und uns abholte. Wir waren so ca. 8 Wochen alt. Wir, das sind Murkel, Felix, Mohrle, Max und ich. Murkel und Felix sind zusammen in eine Familie mit einem 14 jährigen Mädchen gekommen. Mohrle wurde von einem Rentnerehepaar aufgenommen. Max und ich, wir wohnen jetzt bei einem Ehepaar mittleren Alters. Hier fühlen wir uns sehr wohl, es gibt genug zu futtern und auch sonst ist alles da, was man als Katze so braucht. Wir dürfen im Bett mit schlafen und haben sogar unser eigenes Körbchen.

Jeden Morgen wecke ich unser Frauchen mit einem zarten Nasenstüber, wenn sie nicht gleich aufsteht, beiße ich ihr auch mal in die selbige. Dann gibt es ein paar Schmuser und anschließend wird gefuttert.

Frauchen und Herrchen müssen zur Arbeit und lassen uns über den Tag allein. Das macht uns aber gar nichts. Die meiste Zeit schlafen wir oder spielen auch mal zusammen. Am frühen Abend warten wir dann aber schon auf unsere Dosis, dann gibt es auch gleich Futter und anschließend wird wieder ein bisschen geschmust. Dann essen die zwei Menschen, da bekommen wir auch ab und zu ein paar Häppchen. Dann geht es ab aufs Sofa, das ist dann immer die schönste Zeit.

Am Wochenende unternehmen wir oft etwas mit unseren Dosis. Wir haben einen großen Garten, da sitzen Frauchen und Herrchen und wir toben durch die Gegend. Neulich habe ich wieder einmal eine Maus gefangen und die Frauchen vor die Füße gelegt, damit sie auch was Gutes hat. Aber denkt ihr sie hat sich gefreut? Nein sie schrie hysterisch, ich wusste gar nicht was auf einmal los ist. Gott sei Dank hat Herrchen mich dann gelobt. Manchmal verstehe ich meine Dosi gar nicht, ich wollte ihr doch nur ein Geschenk machen.

Wir haben auch in unserer unmittelbaren Nachbarschaft einen schwarzen Kater, der ist ein richtiger Macho. Immer wenn ich mal in seinen Garten will, faucht er mich an. Mit Max versteht er sich auch überhaupt nicht, er hat ihn schon einmal verhauen. Ist aber nichts weiter passiert.

Einmal war Max einfach verschwunden, er war die ganze Nacht weg, unsere Menschen haben sich ganz schön Sorgen gemacht. Sie sind die ganze Nacht immer raus gerannt und haben nachgeschaut. Aber am anderen Morgen war er wieder da. Er hat mir erzählt, dass er in einer Garage eingesperrt war und das er ganz schön Angst hatte. Max ist dann auch ein paar Wochen nicht mehr raus gegangen.

Ich bin schon mal in einem Auto ein paar Meter mitgefahren, habe mich aber bemerkbar gemacht. Da hat mich der Mann gleich wieder raus gelassen. Aber was läst er auch den Kofferraum auf? Weiß doch jeder, dass wir Katzen neugierig sind! Überhaupt machen die Menschen manchmal ganz schön doofe Sachen, wo wir Katzen nur mit dem Kopf schütteln können.

Meine Dosis sind aber, bis auf ein paar Kleinigkeiten, schon ganz in Ordnung. Außerdem habe ich ja noch viel Zeit, um sie mir richtig zu erziehen.

In dem Sinne, eure Pauline.

Text und Fotos: Gisela Kurfürst-Meins
gisela.meins@gmx.de

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