«

»

Rosmaringo

Artikel drucken

Krähenträume

Den Wipfelzweig der hohen Fichte
erwählt die Krähe, um im Lichte
der letzten Abendsonnenstrahlen
sich Bilder für die Nacht zu malen.

Sie schaut ins weite Land, sieht Berge,
so fern und klein wie Hügelzwerge,
sieht Wolken, die wie Feuer glühen,
und Nebel, die sich bergwärts mühen.

Ein Dorf wird leise, Lampen funkeln,
die reifbenetzten Dächer dunkeln,
der Wald verschmilzt zum Mauerschatten
und jede Farbe will ermatten.

Genug an Malwerk für die Krähe
für Träume, die ich gerne sähe.
Vermag sie Schönes schön zu sehen,
im Schlaf dem Anblick nachzugehen?

Text und Illustration: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at

*****

Eigene Beiträge einreichen? Mailen Sie Texte und Bilder an feedback@tiergeschichten.de

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.tiergeschichten.de/2011/11/29/krahentraume/

2 Kommentare

  1. Margrit Baumgärtner

    Ich genieße das malerische Gedicht und träume gleich mit !
    LG Margrit

  2. Hans Witteborg

    Die Krähen sind des Dichters Musen,
    beschreiben kann man sie , doch nichts
    ist mit dem Schmusen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Sie können diese HTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>