Wie ist das Leben doch so karg
fürs Möwenvolk im Herbst und Winter,
so dachte Maier ohne Arg
und ohne bösen Zweck dahinter.
Er warf ein Brotstück – mäßig weit,
ein Anstoß für Sozialverluste.
Von jedem Freundschaftsband befreit,
begann ein Luftkrieg um die Kruste.
Ein Vogel fing das Stück im Flug,
am Schlucken hinderte die Größe.
Nun hob der Schwarm sich Zug für Zug,
schon gab es Hiebe, Schläge, Stöße.
Von da und dort ein Schmerzensschrei,
ein Federbüschel schwebte nieder.
Das rief zwei Krähen noch herbei,
das Schauspiel zeigte Mischgefieder.
In wilder Harpyien Geschrei
verlor der Brocken seine Rolle.
So fiel er wie ganz nebenbei,
lag unbeachtet auf der Scholle.
Der Kampf ging weiter – ohne Brot.
Herrn Maier rief ein Drang zum Gehen.
Das Haupthaar voller Möwenkot
war’s schwer, den Vorgang zu verstehen.
Foto: © Thomas Sturm / http://www.pixelio.de
Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at
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2 Kommentare
Edith Nebel
27. Oktober 2011 von 08:11 (UTC 2)
Beim Säugetier Mensch verhält es sich ja nicht anders
1. Sie streiten wie die Kesselflicker und vergessen darüber den Grund.
2. Und wer aus guten Absichten heraus etwas gibt, ist am End’ der Angeschissene.
Anonymous
27. Oktober 2011 von 12:33 (UTC 2)
Der Ingo hat´s mit Laridae,
wie ich auch heute wieder seh!
Doch was wohin die Möwen kleckern
gibt Maier Grund drüber zu meckern.