Wer die blühenden Wiesen kennt
Und die hingetragene Herde,
Die, das Maul am Winde, rennt:
Junge Pferde! Junge Pferde!
Über Gräben Gräserstoppel
Und entlang den Rotdornhecken
Weht der Trab der scheuen Koppel,
Füchse, Braune, Schimmel, Schecken!
Junge Sommermorgen zogen
Weiß davon, sie wieherten.
Wolke warf der Blitz, sie flogen
Voll von Angst hin, galoppierten.
Selten graue Nüstern wittern,
Und dann nähern sie und nicken,
Ihre Augensterne zittern
In den engen Menschenblicken.
Foto: © Fersing / http://www.pixelio.de
Autor: Paul Boldt, geboren am 31.12.1885 in Christfelde, Kreis Schwetz/Westpreußen; gestorben am 16.03.1921 in Freiburg i. Br.
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2 Kommentare
Margrit Baumgärtner
13. September 2011 von 08:32 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Ein wunderbarer Klassiker, den ich auch schon kannte. Deswegen so einmalig,
weil es kaum ältere Pferdegedichte gibt, die sich ausschließlich dem Tier widmen, sondern es nur in seiner Funktion als Gebrauchstier – meistens im Kriegseinsatz -
sehen. Das Pferd nur um seiner selbst Willen zu betrachten , so wie in diesem Gedicht, ist zur damaligen Zeit eine seltene Ausnahme. Ein unabkömmlicher Beitrag für die TIERGESCHICHTEN.
Edith Nebel
13. September 2011 von 09:12 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Mir war gar nicht bewusst, was ich da für ein historisches Schätzchen gefunden habe. Mir hat das Gedicht einfach gefallen. Wie gesagt: Hier lernt man vieles!