Makaber scheint des Rohstoffs Wandel
im kühlen Grab nach Lebensschluss.
Ein Molekül ist ohne Bandel
im kosmisch steten Weiterfluss.
Die Tante Berta ist verblichen,
ich steh am Grab und bete leis.
Da kommt ein Amselmann geschlichen
und sucht nach Leckerem mit Fleiß.
Die Krume hebt sich und im Lichte
erscheint ein Wurm, beträchtlich dick.
Auch dessen Leben ist Geschichte,
ich hab ein Kribbeln im Genick.
Recht füllig war die Anverwandte,
bevor ihr Auge letztlich brach.
Die Amsel fliegt, gefüllt mit Tante,
nun weg, ich winke Berta nach.
Foto: © knuffel66 / http://www.pixelio.de
Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at
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6 Kommentare
Edith Nebel
17. Juni 2011 von 07:39 (UTC 2)
Vielleicht sollte ich mal eine Ecke “Makaberes” aufmachen? Gestern bekam ich einen gedichteten Mordfall rein. Ich werde die Entwicklung beobachten …
Hans Witteborg
17. Juni 2011 von 10:20 (UTC 2)
sofern er es liest IB, die Geschichte geht weiter
Tante Berta ist indessen
nur ein Klecks, wo er gesessen.
Gut gedüngt – ein neues Leben
wird ´s als Pflanze dort bald geben!
Ingo Baumgartner
17. Juni 2011 von 11:05 (UTC 2)
Hans wird dieses Blümlein pflücken,
so mag es Tante Berta glücken,
bei Witteborg zu Gast zu sein.
Doch was stellt sich nachher ein?
edithtg
17. Juni 2011 von 10:34 (UTC 2)
Margrit Baumgärtner
18. Juni 2011 von 09:37 (UTC 2)
Nun wissen wir – und das ist toll – ,
was DICHTERWETTSTREIT heißen soll:
Wenn Schreibkünstler gemeinsam schreiben ,
dann mag kein Auge trocken bleiben !
Ingo Baumgartner
18. Juni 2011 von 12:35 (UTC 2)
Die Wanderung der reinen Seele,
von Tante Berta zum Marderhund,
vermittelt, was ich nicht verhehle,
für Dichter einen Grubenfund.
*Fundgrube geht sich leider nicht aus.