Mein kleiner Kater Kowalski

Das Leben
Als dreijähriger Schnuffel bist du zu mir gezogen und damals lagen 14 Jahre einer schönen Männer-WG vor uns. Verschreckt, schüchtern und neurotisch habe ich dich kennen gelernt, ängstlich vor allen fremden Geräuschen, Dingen und Menschen – jeweils mit einer Ausnahme:

* Es war das Geräusch einer Kühlschranktür
* Das fremde Ding war essbar oder roch zumindest nach etwas Essbarem
* Der fremde Mensch hatte etwas Essbares in seiner Hand.

Keine Stelle in der Wohnung, die du nicht als Katzenklo missbraucht hättest, ; selbst meine aufwendigen Zeichnungen für das Studium mussten dran glauben.

Mit der Zeit wuchs dein Zutrauen. Nach einigen Jahren durfte ich dich sogar auf den Arm nehmen, und ein paar Jahre später wolltest du sogar am Bauch geschnuffelt werden.

Kowalski, du warst ein Tausendsassa. Nicht nur, dass du verdammt gut aussahst und so jedes Frauenherz zum Schmelzen brachtest, nein, du hattest außerdem viele Fähigkeiten und Talente.

Erzählen, erzählen, erzählen. Sanft und ruhig, fordernd und frech, dass man sofort merkte, jetzt wird es ernst, aufgeregt oder einfach nur quasselnd.

Schnurren, schnurren, schnurren. In allen Lagen, in allen Tönen, zu allen Zeiten. Mal gurrend sanft, mal quietschend und auch laut, aber natürlich nur nachts, wenn du neben mir auf dem Kopfkissen lagst.

Schmusen, schmusen, schmusen. Rund um die Uhr – und das Beste, du konntest alle drei Dinge gleichzeitig tun.

Fressen, fressen, fressen. Ich hatte, bevor ich dich kennen lernte, immer in Erinnerung, dass Katzen Fleischfresser wären und sehr wählerisch mit ihrem Speiseplan. Für Butter wärst du gestorben, Nudeln und Reis hatten eine magische Wirkung auf dich, auf einer unbewachten Pizza fehlten zuerst die Zwiebelringe und Oliven. Klebeschildchen und Tesafilm konntest du eben so wenig widerstehen wie diversen Gummibändern.

Was ich dir allerdings übel nehme ist, dass du nicht einmal vor der Schlossallee von dem McDonalds-Gewinnspiel Halt gemacht hast. Da ist auch keine Entschuldigung, dass es sich um kleine Klebeschildchen handelte. Schließlich hätte die Badstraße, die daneben klebte, mindestens genau so gut geschmeckt. Aber du warst halt ein verwöhnter Kater. Das beste war gerade gut genug für dich.

Du bist immer ein sanftmütiger kleiner Kater gewesen. Nie habe ich deine Krallen gespürt, gebissen hast du nur einmal in deinem Leben, aber was fummelt dir der Tierarzt auch an deinen Zähnen herum. Geknabbert hast du dagegen oft. An der Nase, an meinen Fingern oder auch an meinen Zehen, wenn ich es gewagt habe, morgens etwas länger im Bett liegen zu bleiben. und wenn das nichts nutzte, sokam der finale Sprung mit Anlauf auf die Brust.

Ein pünktlicher Kater bist du gewesen. Die Uhr konnte man nach dir stellen, sogar mit eingebauter Sommerzeit, denn da hast du mich nur bis 6 Uhr schlafen lassen. Egal, mit welchen Tricks ich es versucht habe, dein Uhrwerk lief erbarmungslos, und jedes Mal hatte ich solch ein schlechtes Gewissen, wenn ich nicht sofort deiner Forderung nachkam, dass ich fürchtete, du würdest auf der Stelle verhungern, wenn ich dir nicht sofort in die Küche folgen würde. Zumindest hast du die Rolle des verhungernden Katers perfekt beherrscht.

Du hast aus mir einen sehr ordentlichen Menschen gemacht, jedenfalls was das Abräumen des Tisches angeht. Einen Augenblick nicht aufgepasst und sofort fehlte etwas auf der gedeckten Tafel. Meistens haben dich die Abdrücke auf der Butter verraten …

Während du am Anfang wenigstens noch so viel Anstand besessen hast, zu warten, bis ich außer Sichtweite war, so hast du später ganz ungeniert in meinem Beisein die Klauaktionen gestartet.

Erinnerungen …
Taps, taps taps … ein leises Scheppern und das Schinkenbrot lag plötzlich nackt auf dem Teller. In Windeseile vom Tisch auf den Stuhl auf den Boden … auf der Flucht. Leider, leider war die Scheibe Schinken viel zu lang für deine kurzen Katzentatzen. Deine Purzelbäume waren zirkusreif, dein ungläubiger Blick ebenso. Den Schinken hast du trotzdem bekommen.

Unsere erste gemeinsame Wohnung, ein Neubau, in dem sich anfänglich unter dem Dach noch die Mäuschen tummelten. Bemerkt habe ich sie, als ich beim Saubermachen die Mäuseköttelchen unter dem Bett entdeckt habe. Ich schäme mich ja fast, es hier zu erzählen, lieber Kowalski, aber während du nachts neben mir im Bett geschlummert und geträumt hast, haben dir eine Etage tiefer die Mäuschen unter das Bett gekackt.

Fast jede Nacht an meiner Seite im Bett, mal auf dem Kopfkissen, mal am Fußende, mal auf meiner Seite auf der Decke. Du hast all die Jahre tapfer durchgehalten, obwohl in der Nacht viele Gefahren auf dich lauerten … Ich drehe mich im Schlaf mit Schwung mit der Decke um. Kowalski fliegt wie mit dem Katapult im hohen Bogen aus dem Bett. Ein verdutzter Plumps auf den Boden, ein verstörtes »Miau«, ein dösiger Blick und ein mutiger Sprung zurück ins Bett. Schnurr … schnurr … schnurr. Auch all die nächtlichen Fußtritte hast du mit Bravour pariert.

Der letzte Umzug in eine große Wohnung. Ich als ängstlicher Katzenpapa denke mit Sorgen an den letzten Umzug, bei dem du dich tagelang unter der Bettdecke versteckt hieltest und dich kategorisch geweigert hast, die neue Wohnung zu erkunden. Und dann noch am gleichen Abend eine Einweihungsparty mit 30 fremden Menschen.

Mich plagt vorher schon ein schlechtes Gewissen. Das schlechte Gewissen wechselt am Abend in Panik, weil ich dich nirgendwo finden kann. Bist du durch die offene Tür abgehauen? Vom Dach gefallen? mit einer Umzugskiste zurück auf den LKW? Nach endlosen Minuten entdecke ich dich mitten im Trubel, dösend, schnurrend und träumend.

Kowalski, du fehlst mir.

Das Alter
Langsam, unmerklich, aber unaufhaltsam bist du gekommen. Im Nachhinein kommt es mir allerdings so vor, als sei es von heute auf morgen gewesen.

Du hast aufgehört, mir alles zu erzählen. Dein Gang wurde steifer, dein Schlaf um so länger. Dein Geschmack wurde immer spezieller, dein Durst immer größer. Allen Sprüngen, die du gestern noch mit Leichtigkeit gemeistert hast, gabst du heute zwei bis drei Anläufe.

Geputzt hast du dich auch nicht mehr so gerne, und wenn, ohne Genuss und Ruhe. Du wurdest etwas mürrischer und schwerhörig. Am deutlichsten wurde mir das, als du plötzlich nicht mehr in der Küchentür standest, wenn ich den Kühlschranktür aufmachte.

Unser Zusammenleben hat sich geändert. Ich war darauf bedacht, dass du mich immer erst sehen konnte, wenn ich zu dir kam, um dich nicht zu erschrecken. Die täglichen Bürsteinheiten wurden länger, und es wurde dir zur lieb gewonnenen Gewohnheit, dich von mir auf das Fensterbrett heben und auch wieder runter nehmen zu lassen.

Deine Meckereien und Schreiereien haben mich viele Nerven gekostet, aber ich habe dich deswegen kein Stückchen weniger geliebt – im Gegenteil. Du bist ein Katzenopa geworden und warst mehr auf meine Hilfe und Rücksichtnahme angewiesen. Ich habe mal mit weniger, mal mit mehr Erfolg versucht zu verdrängen, dass du älter werden würdest und nicht daran zu denken, dass unsere gemeinsame Zeit begrenzt sein würde. So richtig, richtig gelungen ist mir das nie. Erst recht nicht mehr, als du anfingst, krank zu werden.

Kowalski, du fehlst mir.

Die Entscheidung
Es wurde zur traurigen Gewissheit, dass unsere gemeinsame Zeit endlich sein würde. Deine Zeichen wurden deutlicher und die Momente, in denen in mir ein Hoffnungsschimmer keimte, wurden weniger. Die ohnmächtige Gewissheit, dass die Zeit nur eine Richtung kennt.

Der Augenblick war da, in dem es nur noch zwei Möglichkeiten zu geben schien. Ich würde nichts unversucht lassen, dein Altern und deine Krankheit aufzuhalten. Diese Möglichkeit hätte uns vielleicht noch ein paar gemeinsame Wochen geschenkt. Ein paar Wochen mehr voller Zweifel, Kummer, Hoffnung, Abschied, ein paar Wochen voller Wechselbäder. Für welchen Preis war nicht abzusehen.

Oder aber ich würde den natürlichen Lauf der Dinge akzeptieren ohne in irgend einer Form drauf Einfluss zu nehmen und somit das unvermeidliche Ende annehmen.

Viele und lange Gespräche haben mir geholfen, das zu entscheiden, was viel früher schon in meinem Herzen klar war, wenn auch unausgesprochen. Um keinen Preis wollte ich dein leben künstlich verlängern, wollte deinen von dir eingeschlagenen Weg akzeptieren mit all den damit verbundenen Schmerzen für mich.

Der Tierarzt sagte mir etwas, an das ich lange denken werde und das mir immer wieder über manche Zweifel hinweg hilft: »Kurz bevor es zu viel wird, sollte man aufhören, man könnte es durchaus mit einem guten Essen vergleichen.« Lange habe ich darüber nachgedacht. Eine bessere Beschreibung gab es für mich nicht.

Ich habe mich entschieden, nicht so lange zu warten, bis das Leben für dich eine Qual wäre. Nicht so lange zu warten, bis den Einschlafen keine Erlösung sondern ein »Muss« wäre. Ich habe in diesen Tagen für mich verstanden, dass ich den Zeitpunkt nicht so weit hinauszögern wollte, dass du mich um Erlösung hättest »anflehen« müssen. So weit wollte ich es nicht kommen lassen, obwohl mich gerade wegen dieses Entschlusses nachher um so mehr Zweifel plagen sollten, aber mein Herz sagt mir, dass es richtig war. Dafür habe ich dich zu sehr geliebt.

Man konnte dir anmerken, dass du alt und krank warst. Glücklicherwiese warst du noch nicht in der Phase, in der das Leben für dich eine Qual war. Du hattest die Chance zu fühlen und zu merken, dass sich dein Leben dem Ende zubewegt. Du hattest die Chance zu spüren, dass du bald sterben würdest, aber du hattest auch die Chance, diese Erfahrung ohne Leid und Qual zu erleben. Das wollte ich dir auf jeden Fall ersparen. Jeder Tag mehr hätte ein Tag zu viel sein können.

Der Zeitpunkt war genau richtig.

Kowalski, du fehlst mir.

Der Abschied
Mein Herz war unendlich schwer, aber ich wollte uns trotzdem einen schönen Abschied bereiten. Am Abend vorher bekamst du eine Valiumspritze. Du solltest noch ein paar unbeschwerte, angstfreie, ja fast frohe Stunden haben dürfen. Und das Wichtigste, du solltest dir noch einmal hemmungslos den Bauch vollschlagen dürfen nach all den Entbehrungen der vergangenen Tage.

Vollgefressen mit Rindfleisch, Fisch und Huhn, zufrieden schnurrend und dösend verbrachtest du deinen letzten Abend mit mir zusammen, nachdem du dich in den letzten Tagen so weit zurückgezogen hattest. Es waren wunderschöne, warme Momente.

Die Nacht lag ich neben dir auf der Erde, eingemümmelt in einer Decke. Ein wunderschöner Tag kündigte sich an. Wir wurden beide von warmen und glitzernden Sonnenstrahlen geweckt. Schlaftrunken habe ich dich auf den Arm genommen, dich auf deine Aussichtsplattform im Dachfenster gehoben, um mit dir den Augenblick zu genießen.

Es ist eine wunderschöne Erinnerung, wie du all die Morgenvögel beobachtet hast. Hinter dir dein Katzenpapa, vor dir die ersten Sonnenstrahlen des Tages. Eine wundervoll friedliche Stimmung breitete sich aus und eine unbeschreibliche Stille fiel über uns, nur durchbrochen von deinem wohligen, warmen Schnurren.

Am Vormittag machte ich die letzten Besorgungen, die ich für unseren Abschied haben wollte. Rote Rosen, ein großer weißer Blumenstrauß, dein Lieblingsfutter, eine wunderschöne Rosenkiste, zwei Kerzen und zwei liebe Engel. Dein »großer Bruder« aus Stein wurde noch mal geschrubbt, dein Platz sauber gemacht.

Mein Herz wurde immer schwerer, aber ich habe während der gesamten Zeit gespürt, dass mir all diese Rituale neben der Hilfe auch einen seltsam schönen Frieden vermittelten.

Ebenso wie unser letzter gemeinsamer Spaziergang durch unser Zuhause und ebenso wie unser gemeinsames Sonnenbad auf der Terrasse. Das sind Momente, die ich immer in meinem Herzen behalten werde, so traurig, wie sie auch scheinen mögen.

Dein dichtes, dunkles Fell auf meinem Schoß. erwärmt durch die Sonnenstrahlen, gab mir mehr als die spürbare Wärme. Am späten Vormittag wurde es Zeit für deine zweite Valiumspritze. Ich wollte sicher gehen, dass du nichts von meiner Schwere, meinem Kummer, meiner Unruhe, von meiner unendlichen Angst zu spüren bekamst. Auch solltest du keine Angst, Unruhe oder Schmerz spüren. Du solltest deinen letzten Weg in Ruhe und Frieden gehen. Während du wegdöstest, legte ich dich auf deinen letzten Platz. Eine Decke, ausgebreitet an einem Ort, an dem du beis zu deinem letzten Seufzer in goldenes Licht getaucht liegen konntest.

Es ist schwer, Worte zu finden für das Bild, das sich mir bot. Ein zufriedener, schnurrender Schnuffel, der keinen Schmerz oder Kummer verspürt, sondern an einem wrmen, hellen, leisen Ort die letzten Momente seines Lebens genoss.

Die letzten Stunden verbrachte ich in deiner Nähe, streichelte dich, beruhigte dich mit meiner Stimme und gab dir zu trinken. Ab und zu versuchtetst du dich aufzurichten, wenn ich das Zimmer betrat, um mich wie in alten Tagen zu begrüßen. Einmal hast du noch zu mir gesprochen, fast als wolltest du uns beiden Trost und Mut zusprechen.

Kowalski, du fehlst mir.

Danach
Der Arzt sagte mir, dass ich allen Grund hätte, sehr glücklich zu sein, denn schließlich habe ich meinem besten Freund den schönsten Gefallen getan.

So wahr und tröstend diese Worte auch sind, so verhindern sie doch nicht das Gefühlschaos, das einen zu überwältigen droht.

Die ersten Stunden waren geprägt von Erleichterung, hatten wir doch endlich diesen letzten, schweren Gang hinter uns gebracht. Hatte doch die Zeit voller Ungewissheit, Angst und Unruhe ein Ende gefunden. Friedlich schlafend lagst du in deiner Rosenkiste, eingebettet in deiner Lieblingsdecke.

Du lagst offen, sollten doch deine Seele und deine Wärme Zeit haben, sich in der Wohnung auszubreiten. Neben dir ein Schälchen mit Futter, falls du auf deiner letzten Reise Hunger oder Durst haben solltest, zwei liebe Engel und dein geputzter Bruder aus Stein, die auf dich aufpassten, zwei rote Rosen als letzter Schmuck, ein herrlich duftender Blumenstrauß sowie zwei Kerzen, die für dich brannten. So lagst du vor mir, greifbar nahe, immer verknüpft mit der Hoffnung, dass du gleich anfangen würdest zu schnurren. Deine Nähe, verbunden mit der Gewissheit, dass du unerreichbar weit weg warst, war nur schwer zu verstehen, geschweige denn zu akzeptieren.

Die Sonne ging langsam unter, der Himmel färbte sich, wie dir zu Ehren, in seinen schönsten Farben. Ich baute deinen Platz draußen auf der Terrasse auf, immer noch offen. So lagst du friedlich unter einem unbeschreiblich schönen, klaren Sternenhimmel. Es schien so, als würdest du ihm langsam entgegenschweben, dich immer weiter ein Stückchen von mir entfernen.

Es war ein schwerer Weg, geprägt von vielen kleinen Abschieden. Dich immer weiter loslassen, immer den nächsten Schritt vor Augen, mit dem Bewusstsein, dass es kein Zurück mehr gab.

Der schwerste Moment kam, als ich mich entschloss, deinen Rosenkarton zu schließen. Symbolisierte er doch auch, den letzten weltlichen Kontakt abzubrechen, das letzte Loslassen, sollte er dir aber auch die letzte Ruhe ermöglichen. Am nächsten Tag wartete unser letzter, gemeinsamer schwerer Weg auf uns, hatte ich mich doch dazu entschlossen, dich einäschern zu lassen.

Meine Zaut der Trauer war und ist noch geprägt von vielen widersprüchlichen Gefühlen. Da ist zum einen der Schmerz über den fast unüberschaubaren Verlust. Da sind viele Zweifel darüber, ob ich mich richtig entschieden habe, Zweifel, ob es richtig war, darüber zu entscheiden, ob du gehen darfst, musst, sollst. Da gibt es Phasen der Angst, ob der Zeit, die vor einem liegt, Angst davor, ob die undefinierbaren Gefühlswellen jemals ein Ende haben werden. Momente des tiefsten Selbstmitleids, alleine zurück gelassen worden zu sein. Aber auch warme Erinnerungen, bei denen mich ein schöner Schauer überkommt und ich spüre, wie sich ein leises Lächeln in mein Gesicht geschlichen hat.

Kowalski, du fehlst mir.

Freunde
Da, wo Kowalski jetzt ist, hat er eine Menge neuer Freunde kennen gelernt – da bin ich mir sicher. Er sitzt mit seinen Kollegen irgendwo auf einer schönen Sommerwiese, schaut den Hummeln und Bienen hinterher, überlegt sich kurz, hinterher zu laufen, lässt es aber doch sein, weil es so warm ist.

Sie sitzen dort, während die Sonne langsam in den Milchsee verschwindet, und erzählen sich gegenseitig Schwänke aus ihrem schönen, ersten Katzenleben, wie sie uns zur Weißglut gebracht haben, uns Liebe und Freunde geschenkt haben. Sie tauschen Kochrezepte aus, putzen sich gegenseitig, und ab und zu erzählt einer mal einen schmutzigen Witz, wenn eine schöne Mieze vorbeigeschlendert kommt. Sie amüsieren sich darüber, wie herrlich einfältig wir doch sind, in unserer Einbildung, die Katzen zu verstehen, und mit unseren hilflosen Versuchen, sie zu erziehen.

Die neuesten Kraultechniken sind ebenso Thema wie der Wettstreit, wer denn die teuerste Vase umgeschmissen hat. Ich bin sicher, dass gerade bei diesem Thema auch ein wenig geflunkert wird …

Autor: Oliver

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2 Kommentare

    • Angela Hoffmann on 14. August 2012 at 15:57
    • Antworten

    Kater Kowalski – Diese Geschichte und die Fangemeinde drum herum zu der auch ich gehörte, habe ich niemals vergessen. Fussel ist längst den selben Weg gegangen und andere Fellnasensind jetzt bei mir. Oft denk ich heimlich zurück, was seit Schließung der Seite aus den Mitgliedern geworden ist, und wie es wohl kowalskis Dosenöffner geht.
    Schön, dass diese wunderschöne Erzählung nun wieder online ist.

  1. Die Kowalski-Geschichte habe ich dem Autor seinerzeit von seiner Homepage gebettelt und sie mit „umgezogen“ als wir die alte Tiergeschichtenseite in ein Blog transferiert haben. Zurückgezogen hat er sie nie, also ist sie noch online.

    Ich hab das auch wer weiß wie oft gelesen und finde das ungeheuer berührend.

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