Erster Brief: 04.10.2001
Hallo Krümel und Familie,
nun bin ich gerade ein halbes Jahr alt und wollte mich einmal melden.
Inzwischen bin ich ein stattlicher “Jackie” geworden, was meinen Besitzern auch immer wieder bestätigt wird. Ich war auch schon in der Welpenschule, bin jetzt allerdings aufgrund meines hohen Alters rausgeflogen. Ob ich in die Hundeschule komme steht noch nicht fest, kommt darauf an, wie stur ich mich in Zukunft stelle.
Ich gehorche aber schon sehr gut für mein Alter. Meine Besitzer sind sehr stolz auf mich und sind froh dass ich die ersten neun Wochen so eine tolle Kindheit gehabt haben muss. Sonst wäre ich wohl nicht so geworden. Ich habe hier in der Nachbarschaft viele gleichaltrige Freunde, unter anderem auch “Rocky” ein gleichaltriger “Jackie”.
Wir reffen uns immer und spielen wie verrückt. Außerdem mache ich mit meiner Familie stundenlange Spaziergänge (die Beine meines Frauchen sind schon ein Stück kürzer geworden, sagt sie). Für mich ist das gerade richtig. Ich war noch nicht einmal krank.
Unser Garten wurde gleich nach meinem Erscheinen eingezäunt, da ich wohl doch etwas neugierig war und immer in die Weltgeschichte wollte.
Nun kann ich hier den ganzen Tag draußen toben, wenn ich will. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, die Steine vom Gartenteich meines Herrchens abzutragen und zwar immer ins Wohnzimmer.
Unverständlicherweise fliegen sie aber immer wieder raus. So werde ich ja nie fertig.
Außerdem liebe ich alle Besen. Mein Herrchen hat Verständnis und spielt jeden Abend mit mir das Besenspiel im Garten. So, nun muß ich noch etwas fressen und dann will ich mal sehen, was ich noch so alles anstellen kann.
Ich schicke noch ein akuelles Bild von mir mit. Das Foto wurde Ende September angefertigt.
Viele liebe Grüße, RUSTY
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Zweiter Brief
Hallo Krümel,
vielen Dank für den netten Geburtstagsgruß. Ich habe mich ganz dolle darüber gefreut. Auch meine Familie fand es super. Nun habe ich auch endlich ein Bild von meiner Mama.
Nun kann ich es endlich beweisen woher ich meine Schönheit habe. Meine Familie sagt es mir nicht so oft, weil sie finden das ich sonst so eingebildet werde.Ich bin allerdings der Meinung das man die Wahrheit ruhig sagen kann. Mein Geburtstagsfest war richtig gut.
Schon gleich am Morgen wurde mir ein Körbchen mit Leckerein hingestellt und ich konnte mir einige Sachen aussuchen.
Es hat etwas gedauert, weil ich mich nicht so recht entscheiden konnte. Man muß seine Wahl ja auch richtig überlegen, denn das hat man ja nicht jeden Tag. Außerdem habe ich noch etliche Spielsachen bekommen.
Von meinem Freund Ricci (Berner-Senn Hund) habe ich ein Schmusetier bekommen.Nachmittags war noch mein Cousin Renzo (Spitz) da und wir haben richtig toll im Garten gespielt.
Es war ein richtig schöner Geburtstag, zumal ich auch Post von Krümel bekommen habe.
Ich mache angeblich richtig gute Fortschritte. Meistens höre ich schon (wenn nicht gerade ein Hase in der Nähe ist). Was ich aber richtig hasse und womit ich meine Familie in den Wahnsinn treibe, ist das an der Leine bei Fuss gehen. Wir wollen doch mal sehen wer da den längeren Atem hat. Mein Herrchen ist allerdings sehr ausdauernd und ich hoffe das ich sturer bin als er.
Die beiden Frauen in meiner Familie wickel ich um die Pfote.
Jetzt hat meine Familie eine neue Idee. Sie sind schon einige male mit dem Fahrrad und mir losgerast. Man war das anstrengend. Erst habe ich sie mit einem Affenzahn durch die Prärie gezogen. Das hält aber kein Hund auf Dauer aus. Meine Kräfte ließen nach und ich konnte nur noch Schritt halten. Was ich nicht verstehe, für dieses Ententempo wurde ich auch noch gelobt. Zu Fuß bin ich ja nicht zu schlagen, aber das Fahrrad ist ein ernst zu nehmender Gegner.
Ansonsten bin ich unheimlich viel draußen, spiele mit den Hunden in der Nachbarschaft (sind alles große Brocken) und was Euch vielleicht freut, ich bin immer noch gertenschlank. Mein Tierarzt findet das richtig super !
Leider bekomme ich nichts von dem Menschenessen ab und ich gebe es auf am Tisch zu betteln. Wenn wir mal Besuch bekommen und die Chancen sehr gut stehen, mal etwas zu ergattern, wird mein Herrchen richtig energisch und verbietet es denen. – Alter Spielverderber –
Mein junges Frauchen Janina ist echt cool. Wenn wir alleine sind, nimmt sie mich mit in ihr Zimmer und ich darf in ihrem Bett schlafen. Dann machen wir beide es uns richtig gemütlich. Ach wie ich diese Abende genieße. Ich führe hier ein gutes Hundeleben, bin allerdings sehr ausgelastet. Langeweile habe ich selten. Das nächste Abenteuer steht mir schon bevor. Ich soll im Mai mit Herrchen und Frauchen verreisen, was immer das auch heißen soll. Bin mal gespannt, was die beiden sich nun schon wieder haben einfallen lassen.
Hoffentlich ist verreisen was tolles. Ich werde Euch davon berichten.
Viele Hundegrüße an Krümel und den Rest der Familie.
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Dritter Brief
Hallo Krümel,
Ich habe mich mal wieder tierisch gefreut von meiner Erstfamilie zu hören. Stolz bin ich natürlich darauf im Internet bewundert werden zu können. Meine Familie hat auch nichts dagegen das meine Briefe veröffentlicht werden und ich natürlich schon gar nicht. Wir haben uns alle gefreut das diese Gefallen gefunden haben.
Auch bei mir gibt es einigens neues zu berichten.
Ich haben nie gedacht, das man über Nacht einen Bruder bekommen kann.
Bei mir war das so. Morgens war ich noch der Alleinunterhalter und mittags ging es dann los. Die Oma meiner Familie kam plötzlich ins Krankenhaus (keine Panik war nichts Schlimmes)und ihr Spitz (7 Jahre) mit Namen Renzo wurde mir erstmal als Besucher untergejubelt.
Naja, es war auch wirklich spassig mit Renzo, denn der mag auch gerne spielen und ich kenne ihn ja auch von Anfang an. So vergingen erstmal 3 Wochen. Dann sagte unsere Oma aber plötzlich, sie möchte Renzo nicht mehr haben, weil er zu viel Auslauf braucht und sie das nicht mehr so kann. So entschied meine Familie urplötzlich, daß es für mich auch gut wäre wenn er bei uns bleiben würde. Und so geschah es dann. Prinzipiell habe ich gar nichts dagegen aber sie hätten schon mir die Entscheidung überlassen können. So, nun habe ich den Salat.
Mein Fressen muss ich schneller fressen, sonst kann ich Renzo nichts mehr klauen.
Mein Kauknochen kann ich nun nicht mehr achtlos in der Gegend rumliegen lassen und manchmal ist sogar mein Körbchen besetzt. Das lasse ich mir aber nicht bieten, ich lege mich dann einfach dazu. Mein Frauchen sagt ich bin immer so frech und setze mich immer mehr durch. Renzo findet es auch. Ich bin bestimmt ein Alpha-Hund.
Es ist allerdings überhaupt nicht mehr langweilig. Wir machen alles gemeinsam und Renzo ist ein echter Kumpel. Sogar ans Rad kommen wir gemeinsam. da ist Renzo allerdings schon eine lahme Ente. Wir toben im Garten zusammen, kläffen zusammen, rasen zusammen durchs Haus balgen uns wo wir können und halten die Familie auf Trab. Die Nachbarhunde sind richtig neidisch auf uns, denn bei uns ist immer Stimmung in der Bude. Aber eins steht für mich fest, der “Chef” bleibe ich, und wenn garnichts mehr zieht, setze ich mein berühmtes “Jack Russell Gesicht” auf und alle sschmelzen wie Butter, sogar mein Herrchen.
So, nun muß ich aber in den Garten, Renzo hat schon wieder was zum kläffen gefunden und ich muss ihn dringend unterstützen.
Bis bald, Rusty und Anhang
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Vierter Brief
Hallo Krümel und Familie,
ich komme gerade mit meinem Rudel(Herrchen, Frauchen und Spitz Renzo) aus Dänemark zurück. Jetzt weiß ich auch, daß Urlaub eigentlich eine nette Sache ist. Die Fahrt ist zwar eher langweilig (wir Hunde mussten in unseren Transportboxen ausharren, während meine Besitzer vorne ständig aßen oder lachten usw.) doch die Pausen für uns und das endgültige Ziel war dann wirklich okey. Damit die Entspannung meiner Besitzer nicht zu früh einsetzte, habe ich die beiden sofort bei der Ankunft erst einmal gehörig geärgert.
Unser Auto hielt an, die Tür meiner Box wurde geöffnet und ich gab ersteinmal Fersengeld. Na, da waren die beiden aber in Panik. Nachdem ich ihre Stimmen nur noch schwach hörte, gab ich auf und kehrte zurück. Die Freude, die dann folgte, geniesse ich immer wieder, obwohl ich manchmal das Gefühl habe, das ich knapp einem Nackenschütteln entgangen bin.
So, der Urlaub konnte beginnen. Renzo und ich teilten sofort die gemütlichsten Plätze unter uns auf. Dann folgten 2 Wochen viele lange Spaziergänge am Strand und noch mehr Kuschel-und Streicheleinheiten. Klar waren wir am Abend “hundemüde”. Wir schleppten uns mit letzter Kraft ins Schlafzimmer, kaum dort angekommen, donnerte Herrchen ein energisches “Raus mit Euch” durch den Raum. – Alter Spielverderber ! Nach zwei Tagen gaben wir auf. Unsere Körbchen waren ja auch nicht schlecht.
Der Luftraum an Dänemarks Stränden ist voller Möwen. Ich hatte voll damit zu tun die immer wieder aufs Meer zu jagen. Bei meiner Jagt fand ich allerlei nützliches am Stran. Seetang, lässt sich als Halbvegetarier gut ressen. Eine tote Robbe, die war mir zu groß. Einen toten Fisch…und hier hatte ich mit Herrchen mein AHA-Erlebnis. Gerade wollte ich mir einen kleinen Happen davon gönnen, donnerte Herrchen ein energisches “Aus, Rusty”. Mein Hunger war so gewaltig, das ich beschloss mein Freßtempo zu beschleunigen. Herrchen startte los. Bei mir angekommen riß er seine Mütze vom Kopf und wenn mich nicht alles täuschte, wollte er doch tatsächlich damit nach mir werfen. Mitten in der Bewegung hielt er inne, blieb gebückt stehen, japste nach Luft und flüsterte nach meinem Frauchen.
Wie sich herausstellte, hatte er einen Hexenschuss. Oh man, da hab ich aber Schwein gehabt.
Die nächsten Tage hatte ich ein ganz lammfrommes Herrchen, der allerdings in seinen Bewegungen stark eingeschränkt war.
Mein Herrchen hatte sich für den Urlaub als Schwerpunkt vorgenommen, an unserer Erziehung zu feilen. Folgende Sachen wurden uns eingeimpft. Platz machen in der Ferne und natürlich auch liegenbleiben, Fuß gehen ohne Leine ( so lange er will und nicht wir) und einer blöden Sache mussten wir uns beugen, obwohl gerade ich mich lange geweigert habe und zwar geht Herrchen jetzt immer zuerst durch die Tür und wir müssen warten, bis er es uns erlaubt. Alter Spießer.
Mann waren das noch Zeiten, wo ich dir Kraft hatte mich zu wiedersetzen und das Nackenziehen über mich ergehen zu lassen. Mit 18 Monaten werde ich doch wohl nicht schon vernünftig werden. Ich geniesse allerdings Herrchens gute Laune, wenn ich brav bin und es ist auch eine Supergaudi, wenn Renzo geschüttelt wird und ich gelobt. Allerdings gilt diese Regelung nur für unser Rudel. Werden Renzo und ich von aussen (fremde Hunde usw.) angegriffen, schlagen wir gemeinsam zurück.
Einer für alle, alle für Einen.
Herrchen macht Erziehung …
klappt doch schon ganz gut, oder ?
Ich halte mich allerdings auf Grund meiner Jugend noch etwas zurück und trete nur in Erscheinung, wenn Renzo erlahmt, dann erledige ich die Restarbeiten.
So, liebe Krümel und Familie. Die Fotos sind ganz frisch im Urlaub aufgenommen worden.
Ich grüße euch alle.
R U S T Y und Anhang
Autor: Hörnchen
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