Bevor Sie sich eine Katze anschaffen …

Bevor Sie sich eine Katze anschaffen, sollten Sie DAS lesen:

So, so, Sie wollen sich also eine Katze anschaffen und sich somit in die stetig wachsende Anzahl der Katzenliebhaber (oder besser Katzenuntertanen) einreihen. Dann waere da so einiges, dass sie auf alle Faelle wissen sollten.

Katzen haben die Faehigkeit, wie Engelchen auszusehen, sich aber nach und nach langsam schleichend zu totalen Tyrannen zu entwickeln. Das Engelsgesicht wird nur fuer besondere Gelegenheiten aufgesetzt, so dass der Mensch (in Katzensprache auch gen. Der ‚Dosenoeffner‘ *Anmerk. E.W..) dieses als Belohnung guter Taten erfaehrt und sich doppelt um das Wohlergehen des kleinen Engeltyrannen bemueht.

Gestreichelt werden darf nur auf Wunsch, beachtet der unsensible Mensch dieses Gesetz nicht, wird er natuerlich notfalls mit ein paar Kratzern bestraft, nur um zu zeigen, wer wirklich Herr im Hause ist.

Fressen ist ein heikles Thema. Katzen nehmen Leckereien als Selbstverstaendlichkeit hin. Es sei also davor gewarnt, die Katze mit Lachs und aehnlichen kostspieligen Leckereien fuer das Aufsetzen des Engelsgesichts in Begleitung des tiefen Schnurrens (das uns Menschen so gluecklich macht) zu belohnen. Nur die erste Zeit wird die Feinkost den gewuenschten Effekt erzielen. Nach ein paar Tagen jedoch beginnen die Probleme, denn die Katze wird das ungluecklichste Gesicht der Welt aufsetzen und sichtbar leiden, sollte sie nur noch Dosenfutter im morgendlichen Fruehstuecksschaelchen vorfinden.

Platzprobleme koennten sogar in einer 5 Zimmer Wohnung auftreten. Denn seltsamerweise bevorzugen Katzen gerade die Plaetze, auf denen Mensch es sich gerade bequem machen wollte. Nun gibt es solch wunderschoene Katzenkoerbchen und Hoehlen, die jedoch oft unbenutzt herumstehen, da „Mademoiselle“ den Fernsehsessel des Menschen viel gemuetlicher findet.

Hat der Mensch jedoch seinen Platz fruehzeitig ergattert, ohne das die Katze davon Kenntnis nahm, ist es unmoeglich, diesen wieder unbemerkt zu verlassen. Die Katze lauert wenn noetig Stunden, um dann sofort den Lieblingsplatz einzunehmen und notfalls auch zu verteidigen.

Man sollte auch im vorneherein wissen, dass es keine Plaetze in der Wohnung und darumherum gibt, die fuer die Katze tabu sind. Alles, wirklich alles wird erkundet. Jeder Schrank muss inspeziert werden, jede Ecke und jede Maschine. Geschlossene Tueren werden als persoenliche Beleidigung angesehen, Wohnungsveraenderungen sind zweifelsohne noetig, Glasutensilien auf dem Regal sind absolut zum herunterfallen bestimmt. Moebel leiden, denn auch bei bester Erziehung (falls sowas ueberhaupt moeglich ist) wird die Katze, notfalls wenn der Mensch nicht zuhause ist, ihre Krallenschaerfe testen.

Wenn Sie sich nun bei all diesen negativen Begleiterscheinungen der Katzenhaltung gegen die Anschaffung der Mietze entschieden haben, ist es wahrscheinlich das beste fuer Sie und die zukuenftige Katze.

Sollten Sie sich jedoch nun erst recht fuer die Wohngemeinschaft mit einer Katze entschieden haben, moechte ich Sie beglueckwuenschen und im Kreise der begeisterten Katzennarren willkommen heissen. Ich kann Ihnen versichern, dass die eigenwillige

Persoenlichkeit und Intelligenz der Katze Sie im Nu um den Finger wickelt und Sie bald nur noch den einen Wunsch haben: das Engelsgesicht ihrer Samtpfote so oft wie moeglich zu sehen!

Autor: © Elke Wirth
Foto: © Jörg Waizmann

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