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Wie Leo ein schönes Zuhause bekam

Es war an einem grauen Novembertag, als Leo, der grau getigerte Kater wieder einmal in den Garten der netten Frau spazierte. Diese Frau stellte ihm immer gleich Futter hin, wenn sie Leo sah. Streicheln ließ er sich noch nicht von ihr, da er in seinem kurzen Leben schon sehr schlimme Erfahrungen mit den Menschen gemacht hatte.

Das war nicht immer so. Als er so ca. 8 Wochen alt war, kam er in eine Familie, und da sollte er dem 4 jährigen Jungen gehören. Der Junge war aber noch viel zu klein um sich um Leo, so nannten sie den Kater, zu kümmern. Deshalb bekam er nicht regelmäßig Futter und auch sein Klo wurde selten gereinigt, so dass er wenn es besonders schmutzig war, daneben machte. Wenigstens hatten sie ihn kastrieren lassen.

Irgendwann nahm die Frau den Kater mit ins Auto, fuhr mit ihm in den Wald und ließ ihn da zurück. Von da an war der Kater auf sich selbst angewiesen. Am Anfang war es ziemlich schwer für ihn, da er es nicht gewohnt war, draußen zu leben. Aber mit der Zeit gewöhnte Leo sich daran. Er fing Mäuse, Vögel und anderes Kleingetier. Nur im Winter war es sehr schwer für ihn, da war er auf die Hilfe der Menschen angewiesen.

Die Frau war so ein guter Mensch. Sie hatte selbst zwei Katzen und wusste wie es einem Streuner ging. Er tat ihr unheimlich Leid, denn sein Fell war ziemlich räudig. Auch hatte er Flöhe und Zecken. Aber sie konnte ihn leider noch nicht anfassen, und sie wollte das bisschen Vertrauen, das er zu ihr hatte, nicht gleich zerstören. Deshalb stellte Die Frau ihm immer das Futter hin, und Leo kam von Woche zu Woche ein kleines bisschen näher.

Heute war es so weit. sSie wollte versuchen, ihn zu streicheln, denn neuerdings durfte sie neben im stehen, wenn er futterte. Erst ließ sie ihn alles aufessen, dann ging sie in die Hocke und sprach beruhigend auf ihn ein. Und langsam strich die Frau ihm übers Fell. Es gefiel ihm sehr. Doch dann verschwand er schnell.

Die Tage wurden immer kälter. Leo war zwar in einer Art Schuppen untergekrochen, aber auch da war es empfindlich kalt geworden. Er sehnte sich nach Wärme und genügend Futter. Deshalb stapfte er wieder in den Garten der netten Frau. Es war aber schon ziemlich dunkel und die Frau war nirgends zu sehen. Da tat er etwas, was er noch nie gemacht hatte: Er Maunzte ganz laut.

Die Frau hörte das auch. Instinktiv öffnete sie die Tür und ließ den Kater ein. Erst einmal sperrte sie ihre andern beiden Katzen ins Schlafzimmer, und dann bekam Leo Futter.

Nachdem er sich satt gefuttert hatte, bekam er Flohmittel, eine Wurmkur und sie entfernte ihm die Zecken. Dann wurde er gekämmt, das gefiel ihm total gut.Danach legte er sich auf die Couch und schlief sofort ein.

Die Frau, die übrigens Marlene hieß, ging zu ihren beiden Katzen und erzählte ihnen, dass sie jetzt noch einen Kumpel dazu bekommen hätten.

Es dauerte auch nicht lange da gewöhnten sich Willi und Mienchen, so hießen die beiden anderen Katzen, an Leo. Sie wurden unzertrennlich und stellten eine Menge Unfug an. Aber das sind wieder andere Geschichten.

Text und Foto: Gisela Kurfürst-Meins
gisela.meins@gmx.de

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1 Kommentar

  1. Ursula Geier

    einfach nur schön, es sollte mehr solche Menschen geben.

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