Dem Sack mit Brot in kleinen Stücken
entnimmt ein Kind ein Händchen voll.
Es will die Vogelschar beglücken,
die dankbar sich bedienen soll.
Kaum landen erste Semmelteile
im Wasser, bricht ein Veitstanz los.
Das Backwerk zwingt ein Volk zur Eile,
das Schwimmgeflügel, klein und groß.
Die Graugans jagt ein Entenpärchen
und dieses zwickt den Höckerschwan.
Dem Teichhuhn fehlen Federhärchen,
sie heften sich am Blässhuhn an.
Die Reiherente klagt, die Rufe
vertreiben Mandarin und Frau.
Das Kind auf trockner Teichrandstufe
verfolgt entsetzt die Nahkampfschau.
Jetzt fallen Möwen ein, sie fischen
strategisch günstig aus der Luft.
Die weiße Hausgans fährt dazwischen.
Ein Gässchen öffnet sich zur Kluft.
Dort schwimmt das Weißbrot, ungefressen,
es hatte niemand Zeit dazu.
Das Kindchen wird wohl nie vergessen,
gepflegtes Mahl bedarf der Ruh.
Foto: © Oliver Haja / http://www.pixelio.de
Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at
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