Die Kohlmeise Anton sitzt wippend
auf winterlich blattlosem Ast.
Gelegentlich Schmelzkristall nippend
und frühreife Knospen betippend,
erscheint er trotz Kälte gefasst.
Es fällt ihm nicht schwer hier zu weilen,
er weiß ja, Gott Vater ist nah
und wird – nun er sollt sich beeilen -
die Körner im Häuschen verteilen,
wie’s bisher noch immer geschah.
Ich eile – kaum ähnlich dem Gotte -
im Schlafrock dem Futterhaus zu.
Meis’ Anton neigt heimlich zum Spotte,
pfeift – zweifelnd an mir – eine flotte
blasphemische Strophe – nanu!
Den Glauben, ich hab ihn genommen,
vermerke ich, restlos erschüttert,
dem lieblichen Wesen, dem frommen.
Bestraft wird, es muss ja so kommen,
wer schlafröckig Kohlmeisen füttert.
Foto: © saguarofan (s.kunka)/ http://www.pixelio.de
Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at
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1 Kommentar
Hans Witteborg
15. Februar 2011 von 12:16 (UTC 2)
…fehlt ihm erst das Gottvertrauen,
bleibt am Ende gar nichts bloß,
Anton wird bestimmt dumm schauen
gibt ´s demnächst kein´ Meisenkloß