Manchmal ist das Leben doch
Eine rechte Qual
Wie ein tiefes schwarzes Loch
Unten drin fäkal
Steckst du mal bis zum Kinne drin
Speziell wenn ungewollt
Dann ist die gute Laune hin
Und auch die Hose voll
Vom Schicksal arg enttäuscht und trübe
Geh’ ich vor mich hin
Die Ohren schlaff die Augen müde
Wie ich halt manchmal bin
Plötzlich seh’ ich, kanns kaum glauben,
Durch eines Zaunes Maschen
Ein pärchen interessierter Augen
Meinen Blick erhaschen
Erst stutze und dann wund’re ich mich
Wie es manchmal so ist
Da schau’ ‘nem Strauss ich ins Gesicht
Der grad’ ein Blättchen frißt
Tief, dunkel und geheimnisvoll
Schaut er mich lange an
Ich find’ so Straussenaugen toll
Und geh’ noch näher ran
So nah’ erscheint mir nun das Tier
Wie ein wahrer Freund
Ich glaube gar er zwinkert mir
Verständnisvoll verträumt
Schon fühl’ ich mich nicht mehr allein
Und fange an zu plaudern
Sag’ ihm, ich wär’ ein armes Schwein
Da fängt er an zu schaudern
Dreht sich gemächlich von mir weg
Beugt den Hals nach unten
Und steckt den Kopf tief in den Dreck
Als hätt’ er was gefunden
Manchmal ist das Leben doch
Eine rechte Qual
Wie ein tiefes schwarzes Loch
Unten drin fäkal
Ach, wär ich bloß ein Straussentier
Das Leben wäre schön
Dann könntet ihr jetzt alle hier
Meinen Hintern sehen
Foto: © Bulyga (Gerhard Bulyga) / http://www.pixelio.de
Autor: Thomas Kaminski, 1999
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