Neulich erreichte uns die Anfrage eines Ehepaares, ob wir für ihre beiden alten Katzen ein neues Zuhause finden könnten. Wegen der massiven Allergie der Ehefrau dürften die Tiere die Wohnung nur noch selten betreten.
Natürlich boten wir unsere Hilfe an, um die Tiere möglichst schnell aus dieser Situation zu befreien. Wir suchten nach einem neuen, liebevollen Zuhause oder einer vorläufigen Pflegestelle.
Der Zufall wollte es, dass sich zur gleichen Zeit eine tierliebe Familie mit der Anfrage nach mäusefangenden Pflegekatzen bei uns meldete. In ihrer Küche seien immer mal wieder kleine Nager in der Vorratskammer, die dort erfolgreich ihr Unwesen trieben.
Das traf sich gut: Wir legten der Pflegefamilie die beiden alten Miezen der Allergikerin ans Herz. Mit Erfolg! Ein Termin, um die Familie zu besuchen, war schnell abgesprochen. Was uns erwartete überraschte uns allerdings sehr:
In dem Reihenhaus, in dem eigentlich viel Platz war, wurden die zwölfjährige Poldy und die vierzehnjährige Charlene in einem Kellerverschlag gehalten, der nicht viel größer als eine Vorratskammer war.4 m2, ein leeres Regal, ein kleiner Kratzbaum und zwei Futternäpfe mussten zum Leben reichen. Was für ein trostloser Anblick!
Der Gestank in diesem “Verlies” erinnerte uns an einen Löwenkäfig. Die überquellende Katzentoilette wurde nicht mehr benutzt, statt dessen (für uns gut nachvollziehbar) bevorzugten die Katzen sämtliche Kellerecken. Die Tierhalter behaupteten, dass die Tiere nur ausnahmsweise in dem Keller lebten, doch das, was wir sahen, reichte aus, um eindeutig etwas anderes vermuten zu lassen.
Obwohl die Katzen zu dieser Zeit unsauber und Krankheiten aufgrund von Mangelernährung zu erwarten waren, erklärte sich unsere neue Pflegestelle bereit, die beiden bei sich aufzunehmen. Wie sich herausstellte, waren die Tiere jahrelang tierärztlich unversorgt geblieben. Die bisherigen Besitzer erklärten sich jedoch einverstanden, für diese Kosten aufzukommen. Zunächst wurden die wichtigsten ärztlichen Maßnahmen ergriffen: Charlene und Poldy bekamen die Zähne saniert und eine Diät verordnet, da sie auffallend schlechte Nieren- und Leberblutwerte aufwiesen.
Allmählich erholten und stärkten sich die beiden. Sie fassten Vertrauen zu ihren “neuen” Menschen und trugen zum allgemeinen Wohl ihrer Familie bei: Allein die Anwesenheit der Stubentiger sorgte nämlich dafür, dass sich die Mäuse verdrückten!
Wir freuen uns immer sehr, wenn Tiere, die so viel mitgemacht haben, doch noch ein glückliches Zuhause finden. Umso mehr, wenn es sich um ältere Tiere handelt. Doch wir wissen leider auch, dass nicht jede Geschichte ein Happy End hat.
Foto: © Multipla (Thomas Max Müller) / http://www.pixelio.de
Autor: Katzenhilfe Münster e.V.
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*** Dieser Beitrag wurde im Rahmen des Seiten-Relaunchs übernommen von tiergeschichten.de, unserer allerersten, ursprünglichen Tiergeschichten-Seite. ***


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