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Fritz Rubin

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Die Amselmutter

Ich sitz´ am PC und schreib´ vor mich hin,
da kommt ein Geräusch in meinen Sinn,
von der Vogeltränke direkt unter dem Fenster,
ich weiß wohl, es sind keine Gespenster.

Eine Amselmutter sitzt d´rin und putzt ihr Gefieder,
sie rüttelt und schüttelt sich wieder und wieder.
Ich schaue ihr zu, sie sieht mich an,
das Planschen geht weiter, zieht mich in den Bann.

Sie lässt sich nicht stören in ihrem Tun,
ich blicke sie an, sie kann nicht ruh´n.
Ich hab´ das Gefühl, sie zwinkert mir zu,
eine Sekunde vielleicht, ein gedankliches Nu.

Heraus aus der Tränke, das Federkleid pflegen,
wieder hinein in das Wasser, sie hat meinen Segen.
Ich gehe in mich und werde ganz still,
einen Meter von mir sitzt sie, so wie sie will.

Da fliegt sie davon, sie weiß, sie ist sauber,
für mich ein Moment mit unendlichem Zauber.
Flieg´ zurück, Mutter Amsel, zu Mann und Kind,
“Auf Wiederseh´n und vorsichtig und ganz geschwind!”

Foto: © Franz Haindl / http://www.pixelio.de

Autor: Fritz Rubin, 17. Mai 2003, Othfresen
http://www.fritzrubin.de

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