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Die Marienkäfer und der Siebenschläfer

Der raffinierte Siebenschläfer
Naschte gern Marienkäfer.
Diese hat das sehr gestört
Und alle waren schwer empört.

Also hat man nachgedacht
Und einen klugen Plan gemacht.
Ein Treffen wurde angesetzt
Und bis zum letzten Platz besetzt.

Schnell war dann auch unbestritten,
Dem Kerl wird dieser Spaß verlitten.
Tausende Marienkäfer
Schimpften auf den Siebenschläfer.

Der aufgeregten Käferschar
Wurde gleich zu Anfang klar,
Dass Siebenschläfer wirklich weichen,
Kann man nur mit List erreichen.

Nun wusste jeder sehr genau,
Dem Siebenschläfer flink und schlau
Ist so ein Aufstand ganz egal.
Sein Fresstrieb lässt ihm keine Wahl.

Wild entschlossen, äußerst gierig
Findet er es gar nicht schwierig,
In der Gegend rumzureisen,
Um bunte Käfer zu verspeisen.

Die Käfer hatten unterdessen
Eine große Pfütze ausgemessen.
Abgrundtief und ziemlich kalt,
Ein kleiner See im Tannenwald.

Von dichten Zweigen gut versteckt,
Genau so – wie man es bezweckt,
Ist die Lage ideal
Und der Plan fast genial.

Die Käfer fliegen zwei, drei Runden,
Haben sich sehr eng verbunden,
Einer hält den andern fest,
Bevor man sich dann nieder lässt.

Das Wasser war noch immer da,
Doch niemand mehr, der es noch sah.
Die Käfer schienen dort zu schweben
Oder auf dem See zu kleben.

Waldbewohner, wie der Igel,
Starren auf den Wasserspiegel.
Spannung liegt nun in der Luft
Und alle warten auf den Schuft.

Der Siebenschläfer schleicht sich an,
So wie es nur ein Räuber kann.
Tief geduckt und angespannt
Erkennt er keinen Widerstand.

Der Käfertisch war reich gedeckt,
Das Abendessen schien perfekt.
Ein Ende hat die Fastenkur.
Der Siebenschläfer staunte nur.

Plötzlich dann – ein Riesensprung.
Mit Elan und sehr viel Schwung
Hüpft er so im Dämmerschein
Mitten ins Verhängnis rein.

Darauf hat man schon gewartet.
Wie vom Katapult gestartet
Schwirren tausend Käferlein
Hurtig ins Gehölz hinein.

So kommt es für den Galgenstrick
Unerwartet knüppeldick.
Bevor er merkt, dass Unheil naht,
Nimmt er schon ein kühles Bad,

Rudert hilflos in der Falle,
Spuckt im Wasser Gift und Galle,
Versteht die ganze Welt nicht mehr
Und säuft den halben Tümpel leer.

Verzweifelt musste er jetzt schwimmen
und mühevoll den Rand erklimmen.
Bei so viel kluger Gegenwehr
Kommt sicher noch was hinterher.

Also hat er sich getrollt
Und wütend vor sich hin geschmollt.
Die Käfer fanden wunderbar,
Dass die Gefahr beseitigt war.

Wie uns die Geschichte lehrt
Blieben alle unversehrt.
Mit Klevernis und Energie
Fängt man selbst ein Riesenvieh.

Der Siebenschläfer hat gelernt
Und sich vom Tatort rasch entfernt.
Marienkäfer jedenfalls
Nimmt er nie mehr in den Hals.

Foto: © Sigrun65 (Sigrun Barth) / http://www.pixelio.de

Autor: Gerhard P. Steil

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*** Dieser Beitrag wurde im Rahmen des Seiten-Relaunchs übernommen von tiergeschichten.de, unserer allerersten, ursprünglichen Tiergeschichten-Seite. ***

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