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Dr Gockl – ein Gedicht auf Schwäbisch

Wia a Feldherr auf seim Sockl,
schtoht auf dr Mischte Nochbers Gockl.
Er schtellt da Kamm, er schpreizt sein Schwanz,
als ob er en Flamenco danz,
bloss nützt se grad nix, dia ganz Pracht,
sisch früa am Morga ond no Nacht,
sei Henna sitzed auf dr Schtang
ond schloofed no a Schtündle lang.

Des goht deam Gockl gegen Schtrich,
er holt diaf Luft, kräht fürchterlich,
ond noamol, ond emmer weiter
bis se rakommed d’Hennaloiter,
se schempfed, gackered anen nah,
was welldse macha, sisch ihr Maa.

Dia Hennarass hoisst „ Italiener“,
bei koira Rass send d’Göckl scheener
ond koine andre send so schtark,
doch s’Kräha goht oim bis ens Mark.
Sei Macht muass er glei demonschtriera
er duat em Hof ommenand schtolziera
guckt älle seine Henna ah
welle er jetzt wohl dappa kah.

Oine, a Jonge schtoht abseits,
wia er dia sieht woiss er bereits,
dia isches, dia kommt sofort drah,
ganz oauffällig dappt er nah,
lässt vor ihr drah sei Feadera schwenga
ond gluckert laut, (er kah net senga,)
sei Kamm wird rot ond steigt en d’Höh,
dia Henn, dia wehrt sich garnet meh,
sisch schnell vorbei, er schpringt gschwend auf,
goht rah ond saut auf d’Mischte nauf,
kräht naus en äller Hergottsfrüa:
„So guat wie i send andere nia“.

Dass a Gockl kräht muass sei,
des seh i als Nochber ei,
doch warom so früa am Dag
wos no koiner höara mag?
Soller doch am Mittag kräha
do könnt ean a jeder seha,
er könnt em Federschmuck possiera
ond so manche Henn verfüara.

Doch i, wo täglich en dr Früa,
höra muass des kickerickia
han so langsam d’Schnauze voll,
fend des garnemme so toll,
überleg so manches Deng
wia i den zum Schweiga breng.

Wär der Kerle net so schee
wärer sicher längscht scho hee
Grad äba fällt mer ebbes ei
des könnt für älle d’Lösung sei.
Wenns morgens no ganz dunkl ischt
dr Gockl hockt scho aufem Mischt
nemm i en Korb ond decken zua,
so hend mir älle boide Rua,
er isch jetzt Hahn em Korb am Hof –
i guck, dasse no a Schtündle schloof.

Aus dem Buch „Rechtschreibreform ond Schäfle zehla“, erhältlich beim Autor Bernhard Kaufmann.

Foto: © dieterundmarion (Dieter) / http://www.pixelio.de

Autor: Bernhard Kaufmann
http://www.schwaebischgschwaetzt.de

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2 Kommentare

  1. peter zrenner

    suche texte zu schwäbischen gedicht
    der strumpfstraps
    fleckentrasch
    s schnitzbrot

  2. Edith Nebel

    Wenn das Texte von Bernhard Kaufmann sind und in dem Buch vorkommen, aus dem auch der Gockel stammt, ist das kein Problem. Wenn’s ein anderer Autor ist, wird es schwierig. Gegoogelt habe ich schon und leider nichts gefunden.

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