Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte

Es war bei einer ganz normalen Familie kurz vor Weihnachten. Der Sohn dieser Familie wünschte sich unbedingt ein Tier, egal was es war Hauptsache kuschelig. Die Eltern wollten diesen Wunsch gerne erfüllen, da auch sie schon lange mit dem Gedanken geliebäugelt hatten. Nun überlegten sie was für ein Tier es sein sollte.

Papa war für einen Hund, Mama wollte lieber einen Wellensittich (da sie als Kind einen ganz zahmen hatte). Da sie sich aber nicht einigen konnten, sollte jeder, die Vor und Nachteile des Tieres aufschreiben. Der Vater schrieb als Vorteil auf, Beschützer, guter Kamerad und man bewegte sich mehr, da der Hund ja auch immer raus musste. Einen Nachteil sah er nicht.

Die Mutter meinte, dass der Vogel vielleicht sprechen lernen würde und auch sonst ganz putzig sei. Aber einen Nachteil sah sie dann doch: Wenn er raus könnte, aus seinem Käfig, dann würde er doch eine Menge Dreck machen. Also entschieden sie sich für einen Hund.

Nun kam die Frage auf, woher sie den Hund bekommen würden. Vater meinte, man könnte im Internet schauen, ob in der Nähe, jemanden einen Hund abgeben möchte. Mutti sagte, man könnte ja auch einen aus dem Tierheim holen.

Im Internet war gerade kein Angebot, deshalb fuhren sie ins Tierheim. Da gab es viel Hunde, große, mittlere und kleine. Sie konnten sich nicht so richtig entscheiden, außerdem bellten die meisten Hunde und das machte ihnen doch ein bisschen Angst.

Aber ohne ein Tier wollten sie nicht nach Hause fahren, also kuckten sie sich noch ein bisschen um. Es gab noch Meerschweinchen und Hasen, aber dafür konnten sie sich nicht richtig erwärmen, deshalb schauten sie noch bei den Katzen vorbei. Auch da waren ziemlich viele. Es waren aber keine Welpen dabei, was die Frau als sehr schade empfand. Eigentlich wollte sie auch gerade wieder gehen, als ein schöner roter Kater auf ein Regal, das ganz in der Nähe war, sprang und ihr Köpfchen gab und auch gleich zu schnurren anfing. Da war es um die Mutter geschehen. Sie sagte zu ihrem Mann, den oder keinen.

Sie bezahlten ihren Obolus, hinterließen noch eine Spende und fuhren zur Oma, da der Sohnemann die Katze ja erst in ein paar Tagen zum Weihnachtsfest bekommen sollte.

Als sie bei der Großmutter ankamen, schlug die die Hände über den Kopf zusammen und sagte: „was soll ich den mit einer Katze, ich habe doch gar kein Futter und kein Katzenklo und was man sonst noch alles braucht“. Da schaute die Mutter den Vater an und meinte: „ach das haben wir ganz vergessen, wir fahren gleich noch mal los und erledigen das“.

Die Oma ließ in der Zwischenzeit den Kater frei in der Wohnung rumlaufen. Er inspizierte alles und maunzte sie an, es klang so als ob er sagte, gut, hier kann ich bleiben. Dann sprang er auf einen Sessel und legte sich hin.

Mann und Frau kamen zurück von ihren Einkäufen, stellten alles bereit und verabschiedeten sich auch ganz schnell von der Großmutter mit den Worten: „Mutti, Frank (so hieß der Vater) holt den Kater dann am Heiligenabend gegen 16 Uhr ab“.

Bis zum Heiligenabend waren es noch 3 Wochen, die Oma gewöhnte sich sehr schnell an den Kater und taufte ihn Kasimir. Die Zeit verging sehr schnell, mittlerweile war es 1. Tag vor Heiligabend, die ältere Dame durfte gar nicht an Morgen denken, da wurde ihr ganz anders. Sie wollte und konnte Kasimir nicht mehr hergeben, deshalb rief sie bei ihrer Tochter an und beichtete es ihr. Es ging hin und her, bis Oma den Vorschlag machte, der Familie einen tollen Winterurlaub in einem 4 Sterne Hotel ihrer Wahl zu bezahlen. Das ließ sich die Frau nicht zweimal vorschlagen und sagte sofort zu. Denn sie dachte sich, eine Katze kann man sich immer noch holen, nach dem Urlaub ist noch genug Zeit und Sohnemann bekommt stattdessen ein Plüschtier mit einem Gutschein für eine lebendige Katze.

Oma war sehr zufrieden, sie würde ihren Kater Kasimir nicht für alles Geld der Welt wieder hergeben. Für sie war der Kater das beste Weihnachtsgeschenk was sie je in ihrem Leben bekommen hatte.

Und die Familie fuhr erst einmal eine Woche nach Österreich zum Wintersport. Nach ihrem Urlaub kauften sie sich dann einen kleinen Hundewelpen, der sich auch sehr gut in die junge Familie einlebte.

Und die Moral von der Geschichte, gib nie eine Katze in einen anderen Haushalt, du bekommst sie meistens nicht zurück.

Foto: © Sabine315 (Sabine Jaunegg) / http://www.pixelio.de

Autor: Gisela Kurfürst-Meins
gisela.meins@gmx.de

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