«

»

Meins

Beitrag drucken

Es war einmal ein kleiner Kater

So fing alles an
In einem Bauernhaus in einem kleinen Ort von Niedersachsen lebten unter anderem auch mehrere Katzen. Es hatte gerade eine Katze wieder drei Babys geboren. Der Bauer und seine Frau wollten die Kleinen behalten und dann die Katze kastrieren lassen, denn mittlerweile lebten schon 8 Katzen und ein Kater auf dem Hof. Mehr sollten es nicht sein.

Die Kleinen entwickelten sich prächtig, vor allem ein kleiner schwarzer Kater, er war sehr wissensdurstig und neugierig. Je älter er wurde desto mehr unternahm der kleine Kerl alleine. Eines Tages, er wurde gerade 4 Wochen alt und brauchte kaum noch Muttermilch, stromerte er wieder auf dem Hof herum, da stand ein Auto mit einer offenen Heckklappe. Er war total neugierig, was da wohl war. Also hüpfte er ins Auto, der Lieferant, der aus Hamburg kam bemerkte es nicht, schloss die Klappe und fuhr los in Richtung Heimat.

Der kleine Kater verhielt sich erst ganz still, ist dann auch irgendwann eingeschlafen. Als er erwachte, war der Fahrer schon im Hamburger Land. Der Kater fing an zu jammern, der Fahrer war erschrocken und hätte beinahe noch einen Unfall verursacht. Er hielt auf einem Hotelparkplatz an und da es neben an auch einen Bauernhof gab, setzte er den Kleinen einfach aus und fuhr weiter.

Das kleine Kerlchen hatte entsetzliche Angst es jammerte in seiner Babysprache, es war schon fast Abend, er hatte auch Hunger aber was sollte er machen. Hier gab es nichts Vertrautes.

Ein bis zwei Stunden ging das so, dass er immer kläglicher schrie, da nahm auf einmal eine Frau ihn auf den Arm. Er biss und kratzte, wehrte sich heftig, aber die Frau lies ihn nicht los. Sie nahm ihn mit in ihre Wohnung, da wurde er erst einmal gebadet, dann gab es Katzenmilch aus dem Fläschchen. Dann war er so müde, dass er einschlief. Als er wieder aufwachte, siegte seine Neugier, er musste erst einmal alles inspizieren. Das Katerchen stiefelte in der Wohnung rum und fand auch sofort die Küche, da stand schon ein Napf mit Katzenfutter und einer mit Wasser. Er hatte schon wieder Appetit und naschte. Es schmeckte ihm vorzüglich, dann entdeckte er auch noch ein Katzenklo und musste es auch gleich benutzen. Er hatte schon bemerkt, dass es da noch einen anderen Kater gab, auch wenn er ihn noch nicht gesehen hatte.

Da er aber in seinem jungen Leben, noch keine schlechten Erfahrungen mit Rivalen gemacht hatte, war er ganz zuversichtlich.

Im Moment interessierte es ihn auch nicht, er spielte mit der Frau und fand sie auch ganz erträglich, sie streichelte ihn, was dem Kerlchen sehr gut gefiel, dann wurde er wieder müde. Von zu Hause war er es ja gewöhnt, immer an Mamas Bauch zu liegen und zu nuckeln. Mama war aber nicht da, deshalb kletterte er auf den Schoß der Frau und nuckelte an ihrem T-Shirt.

Foto: © wetterchen (ich) / http://www.pixelio.de

Er war zufrieden, abends lernte er dann den anderen Kater kennen, der ihn auch gleich anfauchte: „Was willst den Du hier, verschwinde, dass ist meine Familie“. Der Kleine antwortete: „Stell Dich nicht so an, hier gefällt es mir und da bleibe ich auch.“

Nachts wurde er in einen Katzenkorb mit einer Wolldecke und einem kleinen Katzenklo gesperrt. Es gefiel ihm gar nicht, er legte sich ins Klo und urinierte auf die Decke.

Am anderen Abend durfte er dann mit ins Bett, was ihm sehr gut gefiel. Er bekam den Namen Willi und der andere Kater, sein späterer Kumpel wurde Felix genannt. Felix gewöhnte sich langsam an den Kleinen, auch wenn der es manchmal mit der Rauferei übertrieb.

Willi wuchs und gedieh, als er dann ca. ½ Jahr alt wurde, nahm die Frau ihn mit zum Tierarzt und da wurde er kastriert. Für ihn war es schrecklich. Er wurde morgens in den Katzenkorb gesteckt und bei der TÄ abgegeben, er dachte er muss da für immer bleiben. Als ihn abends die Frau wieder abholte war er sehr froh. Er liebte sie nämlich mittlerweile sehr, sie war für ihn wie seine Mutter. Es gab auch noch einen Mann, auch mit ihm verstand er sich gut.

Felix hatte er auch lieb gewonnen, sie schliefen oft zusammen in einem Körbchen, machten gemeinsam Unfug, balgten ab und zu mit einander.

Zweimal zogen sie in eine andere Wohnung, zum Schluss in ein Haus mit Garten, was den Beiden sehr gefiel, als sie sich an das Haus gewöhnt hatten durften sie von da an immer nach draußen. Das war so aufregend, neue Gerüche und Eindrücke auch andere Katzen, die Willi aber nie in seinem Revier duldete. Einmal war da ein anderer Kater und die Frau fütterte den auch noch, das war zu viel für die Beiden, sie schlossen sich zusammen und verjagten den Fremdling.

Die Jahre vergingen, Felix wurde langsam alt, er hatte kaum noch Lust zum spielen und auch sonst wurde er immer dünner.

Eines Tages es war kurz vor Weihnachten, hörten die beiden Kater ein seltsames Maunzen aus dem oberem Bad. Es dauerte auch nicht lange, da kam ein kleines Katzenmädchen von 8 Wochen anspaziert. Sie ging sofort zu Willi und schmuste mit ihm, er konnte gar nichts anderes machen als sie abzulecken. Von da an waren sie die besten Freunde. Bei Felix hatte sie es nicht so leicht, er dachte gar nicht daran, sich mit diesem doofen Gör abzugeben. Es dauerte auch eine gewisse Zeit bis er sie halbwegs akzeptierte. Die Kleine wurde Wilhelmiene getauft aber Mienchen genannt. Nach zwei Wochen wurde sie sehr schwer krank. Sie wurde zum TA gebracht und musste mehrere Tage dableiben, außerdem hatte sie noch Willi und Felix angesteckt. Es stand sehr schlecht um Mienchen, aber sie hatte den größten Lebenswillen überhaupt. Sie schaffte es und wurde wieder gesund. Später wurde auch sie kastriert.

Im Sommer wurde Felix sehr krank, er musste leider eingeschläfert werden. Willi trauerte um seinen Kumpel. Aber das Leben ging weiter.

Er und Mienchen freuten sich des Lebens. Irgendwann in dieser zeit wurde Mienchen Blind, die Leute merkten es aber erst, als sie gegen die Umzugskartons stieß. Dann wurde wieder einmal umgezogen, Gott sei Dank auch in eine Wohnung mit Garten, in der Wohnung gab es wenigstens auch keine Treppen, so konnte der Kleinen nichts geschehen.

Als sich die Beiden an die Wohnung gewöhnt hatten, durften sie endlich in den Garten, es war für Willi höchste Zeit, denn er hatte so oft in seinem Revier fremde Kater gesehen. Das konnte er nicht akzeptieren. Er fand sich auch gleich zu recht, nur Mienchen nicht. Sie lief und lief und wusste nicht mehr wo sie war. Ihre vertraute Umgebung fehlte ihr. Sie fand nicht mehr nach Hause.

Die Frau und der Mann waren sehr aufgeregt, als Mienchen abends immer noch nicht zurück war, es war ja auch schon November und ganz schön kalt. Sie suchten die Kleine überall auch im ehemaligen Haus. Sie war weg, der Mann rief bei der Polizei an und meldete, dass eine Katze entlaufen war und ob sie nicht, wenn sie Streife fahren, etwas darauf achten könnten.

Am Morgen darauf rief dann auch ein Polizist an, dass sie gegen 4 Uhr eine jammernde Katze gefunden haben. Die Menschen fuhren sofort mit dem Katzenkorb dahin, als sie da waren hörten sie das Miauen und die Frau rief Mienchen. Da kam die Kleine an galoppiert und sprang der Frau auf den Arm und gab Köpfchen, wie eine Verrückte. Der Polizist meinte nur: „es erübrigt sich, dass Sie mir ihren Ausweis zeigen, die Katze gehört eindeutig Ihnen.“

Da wurde dann sofort ein Katzensicherer Zaun gezogen, denn nur in der Wohnung wäre Mienchen nie geblieben. Sie liebt es draußen zu sein und Mäuse zu fangen.

Die Katzen fühlen sich wohl bei ihren Menschen.

Willi ist jetzt fast 16 Jahre und Mienchen fast 10 Jahre alt. Es geht ihnen soweit gut, mögen sie noch lange Jahre mit Ihren Menschen glücklich sein.

Autor: Gisela Kurfürst-Meins
gisela.meins@gmx.de

*****

Eigene Beiträge einreichen? Mailen Sie Texte und Bilder an feedback@tiergeschichten.de

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.tiergeschichten.de/2010/12/20/es-war-einmal-ein-kleiner-kater/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.