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Begegnung mit Frettchen „Knudi“ und seinem Frauchen

Die Kinder des Hamburger Stadtteils St. Georg kennen das liebenswerte Original. Die Frau mit dem Rucksack hat immer einen putzigen Gefährten bei sich, den vor allem die dreikäsehohen Mädchen und Jungen aus der nahen Schule so gern begrüßen: „Knudi“.

„Seit 1985 hatte ich rund 140 Frettchen“, erklärt „Knudis“ Frauchen stolz, „einmal sogar 50 auf einen Schlag. Ihren eigenen Namen gibt sie nicht preis: „Ich habe Feinde – aber aus anderen Gründen!“
Nur über ihr kleines Frettchen spricht sie gerne: „Es ist lange her, dass ich einmal zwei Jäger kennen lernte, die mich mit Frettchen vertraut machten. Sie nahmen mich mit auf die Jagd und das wurde bei mir zur Passion. Die berühmte Liebe auf den ersten Blick. Die Jäger haben mir zwei geschenkt, die bekamen Junge bei mir und plötzlich hatte ich eine ganze Zucht.“

„Eigenen sich denn Frettchen als Haustiere?“
„Für Kinder würde ich sie nicht empfehlen. Man muss sich zu sehr auf die Tiere einstellen. Wenn s e i n Mensch aggressiv wird, dann wird das Frettchen auch schnell aggressiv. Und wenn sie noch klein sind, beißen sie alle bis man es ihnen abgewöhnt hat.“
„Und wahrscheinlich türmen sie sofort, wenn man nicht höllisch aufpasst!?“
„Na ja, aber sie hängen an ihren Besitzern. Ich war mal krank und gab ‚Knudi‘ zu einem Bauern, damit er das Frettchen versorge. Es lief tatsächlich zwölf Kilometer zu mir zurück. Ich wollte es kaum glauben.“
Früher hat die sympathische Tierfreundin auch mit Frettchen Karnickel gejagt oder sie zu diesem Zweck an Jäger weiter gegeben.
„Sie werden in ein Loch am Karnickelbau hinein gelassen, und vor einen anderen Ausgang spannt man ein Netz. So werden die Karnickel gefangen, wenn sie fliehen wollen.“
„Und jetzt haben Sie nur noch eins?“
„Ja, nur ‚Knudi‘!“
„Hatten Sie schon immer Tiere?“
„Seit meiner Kindheit.
„Was frisst denn so ein Frettchen?“
„Zum Beispiel Katzenkräckis. Am besten mit anderen, möglichst säuerlichen Sachen gemischt.“
„Sie haben ‚Knudi‘ immer bei sich?“
„Ja, meistens. Die Kinder sind ganz wild danach, ‚Knudi‘ zu streicheln.“
„Keine Angst, gebissen zu werden?“
„Nein, ,Knudi‘ beißt nicht. Sonst könnte ich das nicht erlauben. Er schläft viel. Aber ich hatte mal eins, dem konnte ich am Gesicht ansehen, wenn es falsch wurde.“

„Wie alt wird denn so ein Frettchen?“
„So 15 bis 16 Jahre im Schnitt. Bei mir zu Hause läuft es frei in der Wohnung herum, es geht aber auch an der Leine.“
„Und was kostet es mich, wenn ich mir so ein Tier anschaffen will?“
„Na, 15 Euro ist wohl normal, je nachdem, woher man es bekommt.“
Die Frau gibt eine letzte Warnung: „Aber Arbeit machen sie schon, diese kleinen Frettchen – sie sind manchmal schrecklich dickköpfig. Wiedersehen! Hat mich gefreut – mich und ‚Knudi‘!“

Autor: Terra Mater e.V.
http://www.terra-mater.de

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