Wie Mienchen in unseren Haushalt kam

Diese Geschichte beginnt am 2. Advent 2000. Unsere Familie saß beim Adventskaffee, und da erzählte die Tochter meines Mannes, dass sie vor ein paar Tagen 4 kleine Katzen vor dem sicheren Tod gerettet hat.

Ich habe sie dann gleich gefragt, ob sie alle behalten möchte. Wollte sie nicht, da sie schon 4 Katzen hatte. Also sind mein Mann und ich, nachdem alle aufgebrochen, waren ins Auto und zu ihr hin. Drei Katzen waren aus einem Wurf und erst 4 Wochen alt, die eine war 8 Wochen alt und sah total witzig aus. Sie hatte drei Farben im Fell und die eine Seite ihres Gesichts war dunkel braun, die andere beige. Ich nahm sie auf den Arm und sie gab sofort Köpfchen.

Wir brauchten wirklich nicht lange zu überlegen, welches Kätzchen wir mitnahmen.
Sie wurde von uns Wilhelmiene getauft, da unser jüngerer Kater Willi heißt.

Sie kam erst mal ins Bad, weil sie Bindehautentzündung hatte und einen ziemlich argen Schnupfen. Nachts durfte sie in meinem Bett schlafen, da zu dieser Zeit unsere zwei Kater Felix und Willi im unteren abgeschlossenen Bereich übernachteten.

Am anderen Tag entwischte sie uns und hatte die erste Begegnung mit den Katern. Felix tat sich immer schwer mit Neuankömmlingen und fauchte auch gleich, aber unser Willi, schmuste sofort mit ihr. Wir haben sie dann zusammengelassen, war aber nicht so eine gute Idee, da Willi die Bindehautentzündung bekam und Felix eine Lungenentzündung.

Irgendwann waren aber alle drei Katzen wieder gesund, was aber leider nur ein paar Tage anhielt. Mienchen, wie wir sie nannten wurde auf einmal sehr krank, sie hatte Fieber und bekam sehr schlecht Luft. Es war ausgerechnet ein Sonntag, ich habe aber trotzdem unsere Tierärztin angerufen, ich durfte auch gleich mit der Katze vorbeikommen.

Sie behielt sie da, es wurde aber einfach nicht besser. Die TÄ rief uns an, dass sie mit uns sprechen wollte. Wir fuhren hin und da meinte sie ihre Katze hat ein Lungenemphysem und sie leidet sehr, ich rate ihnen das Tier einzuschläfern. So schwer es mir fiel, sagte ich zu, aber mein Mann fragte, ob wir das Kätzchen noch mal sehen dürfen. Als wir Mienchen sahen, meinte mein Mann: „Ich finde, sie sieht ganz munter aus. Können sie es denn nicht noch einmal mit irgendeinem Medikament versuchen?“ – „OK, dann gebe ich ihr ein Hundemittel. Aber wenn das nicht anschlägt, bin ich dafür, dass die Katze nicht leiden muss.“

Wir ließen sie wieder da, zwei Tage später rief uns die TÄ wieder an und war sehr fröhlich. „Sie glauben nicht was geschehen ist! Ihrer Katze geht es sehr viel besser. Sie können sie abholen.“Was wir auch sofort taten. Von da an war sie kaum noch krank, sie ist eben eine Kämpferin.

Nach drei Monaten wurde sie rollig und da sie schon raus durfte, nervte sie die ganze Nachbarschaft. Wir hatten Mühe sie einzufangen. Wir schnell mit ihr zur TÄ, da wurde sie kastriert, denn wir wollten keine Babys haben (es gibt eh viel zu viele Katzen).

2003 sind wir umgezogen und haben natürlich alles in Kartons verpackt. Mir fiel auf, dass Mienchen oft gegen die Kartons lief. Ich hatte einen bösen Verdacht, ich glaubte, sie ist blind. Wir zu einem Augenspezialisten, der uns das auch bestätigte. Es waren beide Netzhäute abgelöst und sie hatte den grünen Star.

Mienchen stört das aber überhaupt nicht, wenn man nichts in der Wohnung verändert, findet sie sich toll zurecht. Sie geht sogar in den Garten und, was ich verblüffend finde, dass sie auch sehr oft eine Maus fängt.

Felix ist leider im Regenbogenland, aber Willi und Mienchen leben noch glücklich in unserer Familie.

Autor: Gisela Kurfürst-Meins
gisela.meins@gmx.de

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